Diskussionspapier des CO2Abgabe e.V.
Juni 2017
Ein ausführliches Konzept, dass unter anderem den zeitlichen Pfad der CO2-Bepreisung anhand der gesetzten Klimaschutzziele von Paris darlegt.
Juni 2017
Ein ausführliches Konzept, dass unter anderem den zeitlichen Pfad der CO2-Bepreisung anhand der gesetzten Klimaschutzziele von Paris darlegt.
Wie hoch ein nationaler CO2-Preis in Deutschland sein müsste, welche Auswirkungen er hätte und wie er sozialverträglich ausgestaltet werden kann, auf diese Fragen gibt das vorgelegte Diskussionspapier Antworten.
CO2 Abgabe e.V. sucht Menschen, die für den Klimaschutz brennen und mithelfen wollen die Ziele des CO2 Abgabe e.V. um- und politisch durchzusetzen.
Initiativbewerbungen ausdrücklich erwünscht!
Bewerbungen per E-Mail an Verein für eine nationale CO2 Abgabe e.V.
Info (at) klimaschutz-im-bundestag.de
Selbstdarstellung Verein für eine nationale CO2 Abgabe e.V.
Die Wissenschaft ist sich weitgehend einig darüber, dass der Ausstoß von Treibhausgasen durch die Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Öl, Gas) Hauptverursacher des Klimawandels ist. Die negativen Auswirkungen sind in vielen Teilen der Welt heute schon spürbar.
In unseren Energiekosten verstecken sich eine Vielzahl von verschiedenen Steuern und Umlagen. Das Problem – ihre Höhe ist unabhängig davon, wie klimaschädlich die Energie erzeugt wird und sie unterliegen mitunter komplizierten Ausnahmen.
Ziel des CO2 Abgabe e.V. ist, dass die Höhe der Energiepreise wesentlich davon abhängt, wie klimaschädlich die Energie erzeugt wurde. Dazu schlagen wir eine Abgabe auf Treibhausgase (CO2 Abgabe) vor, mit der bereits bestehende Steuern, Abgaben und Umlagen finanziert und im Gegenzug für den Verbraucher entfallen können.
Ein wirksamer CO2-Preis wird inzwischen auch von vielen Unternehmen unterstützt.
Ein schöner Nebeneffekt: Bürokratie wird abgebaut.
Der Verein (CO2 Abgabe e.V) möchte die Notwendigkeit eines nationalen Preises auf Treibhausgase so breit in der Gesellschaft verankern, dass die Politik handeln muss.
Mitglieder des Vereins sind Bürger, Unternehmen, Verbände, Kommunen.
Joachim Nitsch, Jahrgang 1940, wohnhaft in Stuttgart, Studium des Maschinenbaus und der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart, 1966 Diplom-Ingenieur, 1971 Promotion an der RWTH Aachen.
Seit 1973 wissenschaftliche Arbeiten im Energiebereich, von 1976 bis 2005 Leiter der Abteilung „Systemanalyse und Technikbewertung“ am Institut für Technische Thermodynamik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart. U.a. Hauptautor der Leitstudien zu Erneuerbaren Energiesystemen für das Bundesumweltministerium in den Jahren 2004 bis 2012. Seit 2006 Gutachter und Berater für innovative Energieversorgungssysteme und Klimaschutzstrategien. 2005 Solarpreis der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS); 2010 Deutscher Solarpreis von EUROSOLAR, Sonderpreis für persönliches Engagement.
seit 3/2017 Beirat im CO2 Abgabe e.V.
Lesung/Vortrag mit dem Münchner Soziologen Prof. Dr. Stephan Lessenich
am So, den 21.5.17, 11 Uhr im Saal Stadtteilzentrum Vauban 037, Alfred-Döblin-Platz 1, 79100 Freiburg
über und aus seinem Buch „Neben uns die Sintflut – Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis“
Lessenich zeigt auf, dass es vielen im Westen gut geht, weil es den meisten Menschen anderswo schlecht geht.
Nitsch, Joachim (2021) Aktuelle THG-Reduktionen müssen Dauerzustand werden –
Die notwendigen Schritte auf der Basis aktueller Szenarien der deutschen Energieversorgung.
Studie hier zum download
Kurzfassung: Wirksamer Klimaschutz muss heute beginnen – es ist keine Zeit mehr zu verlieren
In Tabelle 8 sind die Eckdaten der heutigen und zukünftig angestrebten THG- Emissionen nach Bereichen und Nutzungssektoren zusammenfassend dargestellt. Gegenüber 1990 konnten die THG-Emissionen bis 2020 um 42% reduziert werden. Zur Erreichung des Ziels 2020 hat dazu in erheblichem Umfang der Verbrauchsrückgang infolge der Corona-Pandemie beigetragen. Überdurchschnittliche Reduktionen mit -53% wurden in der Energiewirtschaft, dem Gebäudesektor mit -51% und der Abfallwirtschaft mit -79% erreicht. Knapp unterdurchschnittlich waren die Reduktionen in der Industrie mit -39%, die Landwirtschaft erreichte nur eine Reduktion um 27%, im Verkehr blieben THG-Reduktionen mit -4% völlig unzulänglich.
Für 2030 sind die Ergebnisse der Szenarien KLIMA-19 OPT und KLIMA-21 den Werten des aktuellen Klimaschutzgesetzes gegenübergestellt, welches für 2030 eine – aus Klimaschutzsicht völlig unzulängliche – Minderung der THG-Emissionen von nur -55% vorgibt.

Um eine realistische Chance zu haben, bis 2050 das Pariser Klimaschutzziel eines Anstiegs der mittleren Erdtemperatur von 1,5° einzuhalten, ist bereits jetzt der im Szenario KLIMA-21 eingeschlagene Pfad einzuschlagen. In der Stromerzeugung und im Wärmesektor (Gebäude und Industrie) können bereits bis 2030 die bedeutendsten THG-Minderungen erbracht werden; Verkehr und Landwirtschaft müssen bis zu diesem Zeitpunkt aber auch eine so starke Reduktionsdynamik entwickeln, dass danach sehr rasch weitere beträchtliche THG-Reduktionen möglich sind. Unter den Bedingungen des Szenarios KLIMA-21 kann so bis 2030 eine 74%-ige Reduktion der Treibhausgase erreicht werden, die sich dann bis 2050 auf über -95% fortsetzen lässt (Tabelle; Abbildung).
Damit bleibt die Option offen, die weiteren THG-Emissionen nach 2030 so rasch zu reduzieren (z.B. bis 2040), dass man das zur Einhaltung des 1,5°-Ziel noch zulässige THG-Budget nur in noch tolerierbarem Maß überschreitet oder mit weiteren technologischen und strukturellen Maßnahmen sogar einhalten kann. Aktuelle Untersuchungen, wie /AGORA 2020/, haben nachgewiesen, dass bis zu diesem Zeitraum mittels gezielter CO2-Rückhaltung auch „negative“ Emissionswerte erreicht werden können.
Abbildung: THG-Emissionen der fossilen Energieträger (CO2) und der übrigen Treibhausgase im Szenario KLIMA-21 (Reduktion bis 2030 = -74%; kumulierte THG-Menge 2016 -2050 = 11,5 Gt CO2äq); zum Vergleich im Jahr 2030 das offizielle Klimaschutzziel der Bundesregierung (KSG vom Dez. 2019), Szenario „Klimaschutz 2050“ /AGORA 2020/ und Szenario „KLIMA-19 OPT /Nitsch 2019/.
Gelingt es z.B. die im Szenario KLIMA-21 zwischen 2020 und 2030 berechnete jährliche THG-Reduktion von durchschnittlich – 40 Mio. t CO2äq/a auch danach aufrecht zu erhalten – trotz der wachsenden technologischen und strukturellen Herausforderungen – könnten die THG-Emissionen bis 2038 auf Null gebracht werden. Die bis dahin ab 2016 kumulierte THG-Menge ab 2016 beliefe sich dann auf 9,5 Gt CO2äq. Damit ist man rein rechnerisch sehr nahe am noch zulässigen Gesamtbudget von 9 Gt CO2äq. Das macht deutlich, wie wichtig die Erreichung des Zwischenziels 2030 mit einer Gesamtreduktion bezogen auf 1990 in Höhe von -74% ist. Dieses Ziel scheint – wie ausgeführt – machbar zu sein. Allerdings ist keine Zeit mehr zu verlieren; mit einer wirksamen Klimaschutzstrategie muss endlich begonnen werden.
Aktualisierung der Studie von 2019
Nitsch, Joachim (2019): Noch ist erfolgreicher Klimaschutz möglich – Schlussfolgerungen aus aktuellen Szenarien der deutschen Energieversorgung
Zusammenfassung der Studie von 2019 hier zum download.
Gesamte Studie 2019 hier zum download.
Nur soweit sie genannt werden wollen.
(G) = Gründungsmitglied
Stand: 1.3.2019
Leserbrief zum Interview in der Tageszeitung am 24.4.2017: „Ein CO2-Preis greift zu kurz“
Weleda-Managerin BETTINA WYCIOK über Naturkosmetik
Sehr geehrte Frau Wyciok – Sie haben vollkommen recht!
„Wir müssen die externen Kosten umfassender begreifen, auch anderem, scheinbar Kostenlosem einen Preis geben, dem Kapital der Natur, also der Überdüngung von Böden oder der Belastung von Grundwasser, aber auch den sozialen Verwerfungen wie der Verdrängung von Kleinbauern.
Mehr lesen „Leserbrief TAZ Interview „Ein CO2-Preis greift zu kurz““
Die Wissenschaftler sind sich einig, die Politiker müssten es wissen und viele Bürgerinnen und Bürger ahnen es: Treibhausgase brauchen einen Preis, der die ökologische Wahrheit sagt und zwar bald. Und nicht nur der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler fragt sich: „Was läuft da schief? Warum fällt es der Politik so schwer, das Wissen in Handeln zu übersetzen?“
Mehr lesen „Verein für eine Nationale CO2 Abgabe beteiligt sich am MARCH FOR SCIENCE in Freiburg“
Seit dem im Jahr 2000 in Kraft getretenen ersten Erneuerbare Energien Gesetz – kurz EEG – bekommen Betreiber von z.B. Wind- oder Solaranlagen für 20 Jahre feste Vergütungssätze für den erzeugten Strom – finanziert von uns allen über die EEG-Umlage auf unseren Stromrechnungen. Von uns allen? Nein.
Auf Druck der energieintensiven Industrien, die bei zu hohen Strompreisen mit Abwanderung ins Ausland und Verlust von Arbeitsplätzen drohten, reagierte die Politik mit einer fast vollständigen Befreiung von allen Umlagen, Steuern und Netzentgelten. Inzwischen belaufen sich die Ausnahmeregelungen für das produzierende Gewerbe bei Energie- und Strompreisen für das Jahr 2016 ein finanzielles Volumen von rund 17 Mrd. Euro (Kurzstudie FÖS).
Mehr lesen „Ausnahmeregelungen für das produzierende Gewerbe bei Energie- und Strompreisen“