Zwischenbericht von Jörg Unger, Mitglied des Vorstandes: Was bisher geschah und wie es weitergeht.

Bei der Mitgliederversammlung des KiB am 25.03.2026 in Freiburg hatten wir über saisonale Energiespeicherung in einem zukunftsfähigen Energiesystem gesprochen: Warum sind neben Kurzzeitspeichern, v.a. Batterien, auch Speichermöglichkeiten nötig die mehre, Tage, Wochen oder sogar Monate abdecken können? Wie können sie realisiert und in das Energiesystem integriert werden?
Schon die angeregte Diskussion bei der Mitgliederversammlung zeigte, dass sehr viele unterschiedliche Aspekte zu betrachten sind, wie z.B. das Zusammenspiel von Strom- und Wärmeversorgung, Infrastrukturentwicklung für Strom- und Gasnetze aber auch für alternative Brennstoffe sowie der Stand der Technik und die ökonomische Bewertung verschiedener Alternativen. Ohne Zweifel ein breites Thema, das im politischen Diskurs bislang entweder gar nicht oder bestenfalls auf „Wasserstoff“ reduziert betrachtet wird. Da stellt sich die Frage, was wir als KiB dazu beitragen können, saisonale Energiespeicherung auf die Agenda und in die Umsetzung zu bringen. Verheben wir uns an einem derart dicken Brett? Allein vielleicht, aber in Zusammenarbeit mit anderen lässt sich diese Breite möglicherweise mit Durchschlagskraft abdecken.
Da war es eine glückliche Fügung, dass unser Vorstandsvorsitzender Kurt Gramlich bei seinen Aktivitäten zum Ausbau unseres Netzwerkes mit dem Solarförderverein (SFV) in Kontakt kam. Der SFV ist Mitglied beim Runden Tisch für Erneuerbare Energien, einem Zusammenschluss verschiedener NGOs, Energiegenossenschaften und Forschungseinrichtungen. Dort wurde unter Führung des Vorsitzenden des SFV, Prof. Eberhard Waffenschmidt, im April 2026 eine Arbeitsgruppe „Langzeitspeicherung“ gegründet. Da bot sich die Chance, unseren für das Kernthema „Saisonale Energiespeicherung“ zuständigen Vorstand Jörg Unger als Vertreter des KiB in diese Arbeitsgruppe zu entsenden.
Ziel der Arbeitsgruppe ist, politisch anschlussfähige Handlungsempfehlungen abzuleiten, indem sie aktuelle Forschungsergebnisse zusammenzuführt, praktische Erfahrungen aus Projekten und Unternehmen einbezieht und technologische Optionen systematisch vergleicht. Ein gemeinsames Positionspapier soll folgende Fragen beantworten:
- Wie groß ist der tatsächliche Bedarf an Langzeitspeichern im deutschen Energiesystem?
- Welche Technologien eignen sich besonders für saisonale Energiespeicherung?
- Welche regulatorischen Rahmenbedingungen sind erforderlich, um Investitionen zu ermöglichen?
Ein wesentlicher Teil wird sich dabei der techno-ökonomischen Bewertung verschiedener Speicheroptionen widmen.
Die Mitglieder des Arbeitskreises werden für unterschiedliche Teile die Erstellung übernehmen. Viele der Mitglieder verfügen über umfangreiche Kenntnisse in den Bereichen Wärme und Strom. Als KiB werden wir uns schwerpunktmäßig über die Themen Wassertoff und synthetische Speicher einbringen, da wir hier u.a. auf Vorarbeiten unseres Beirats Matthias Seelmann-Eggebert und die berufliche Vorgeschichte unseres Vorstands Jörg Unger in der Chemieindustrie zurückgreifen können. Damit können wir das Kompetenzprofil der AG zweckmäßig erweitern.
Das Autorenteam deckt eine große inhaltliche Breite ab und ist sehr engagiert gestartet. Das ist vielversprechend. Doch das Brett, das es zu bohren gilt, ist dick! Deshalb: Wer immer selbst mitarbeiten möchte oder Menschen mit Expertise auf diesem Gebiet kennt: Bitte melden!
Ansprechpartner: Jörg Unger, joerg.unger@klimaschutz-im-bundestag.de
