Am 18.06.2026 fand die Online-Podiumsdiskussion „Vom Einfamilienhaus zum Mehrfamilienhaus“ statt.
Auf dem Podium:
- Johanna Kliegel – Wohnraumagentur Göttingen
- Tanja Kenkmann – Öko-Institut
- Oliver Pöpsel – CDU/CSU-Fraktion Finanzausschuss Bundestag, Wahlkreis: Soest
- [Kurfristig verhindert] Lutz Brinkmann – CDU/CSU-Fraktion Bauausschuss Bundestag, Wahlkreis: Osnabrück-Land
Moderation: Philipp George, Politischer Referent, Klimaschutz im Bundestag e.V
Zentrale Erkenntnisse
Wissenschaft und Praxis haben übereinstimmend betont, dass die Kosten für die EFH-Teilung eine der zentralen Hürden ist und mit einem Bundes-Förderprogramm adressiert werden sollten. Tanja Kenkmann schätzt, dass ein Förderbudget von 500 Millionen Euro 20.000 Hausteilungen pro Jahr ermöglichen würde. Der Bundespolitiker Oliver Pöpsel sieht die Notwendigkeit eines solchen Programms und hält 500 Millionen Euro im Haushalt für darstellbar.
Die öffentliche Hand sollte eine Optionenpolitik in Bezug auf das EFH verfolgen. Die Ansprüche, Bedarfe und Möglichkeiten eines Haushalts ändern sich über die Zeit. Genau hier setzen Wohnraumagenturen mit ihren Beratungen an. Aus Sicht der Praxis und Wissenschaft sind sie unerlässlich, um eine konsequente Aktivierung von untergenutztem Wohnraum umzusetzen. Da die Kassenlage bei den Kommunen extrem angespannt ist, sollten sie auf kommunaler bzw. Landkreisebene vom Bund gefördert werden.
Kommunen unterschätzen die Kosten für neue EFH-Gebiete. Gerade bei abnehmender Siedlungsdichte kann das zu gravierenden Problemen führen. Johanna Kliegel nennt beispielhaft das Quartier Weende-Nord. Seit den 90er Jahren ist die Bewohner*innenzahl von ursprünglich 3500 um 500-600 Menschen zurück gegangen, was einer Reduktion von 18% entspricht. Dies kann für Gastronomie und kleine Läden eine große Herausforderung sein und letztlich dazu führen, dass viele Einrichtungen, die zu der Attraktivität des Quartiers beitragen, im Laufe der Zeit verschwinden. EFH-Teilungen können helfen, die Siedlungsdichte zu stabilisieren und wieder zu steigern.
Folien der Referentinnen
Tanja Kenkmann, Senior Researcher, Abteilung Energie und Klima, Öko-Institut

Johanna Kliegel, Koordinatorin Flächenoptimiertes Wohnen, Wohnraumagentur Göttingen

Aufzeichnung
Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung auf Digitalcourage (PeerTube):

