Der April 2024 war der heißeste Monat seit elf Monaten in Folge seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im März 2024 gab es den höchsten jemals gemessenen monatlichen Anstieg (im Jahresvergleich) in der Konzentration von CO2 in der Atmosphäre: +4,7 ppm. Der Sommer 2023 in der Nordhalbkugel war der heißeste seit 2000 Jahren. Seit mehr als zehn Jahren wurde in Deutschland nicht mehr so wenig geheizt wie im vergangenen Winter. Der Atlantik ist in den Tropen so warm wie noch nie (fast 30°C in der Karibik); Hurrikane sind dadurch wahrscheinlicher. Ein antarktischer Riesengletscher, der den Meeresspiegel um 60 cm steigen lassen würde, schmilzt schneller als erwartet. 80% der befragten IPCC-Autor*innen (380 von 843) gehen von mindestens 2,5°C Erwärmung bis 2100 aus.
Seit 2017 wird im medizinischen Journal Lancet der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Gesundheit analysiert. Im aktuellen Bericht steht: „Der Klimawandel ist kein weit entferntes, theoretisches Zukunftsszenario. Er ist hier. Und er tötet“ (Bericht von der Tagesschau). Laut der European Environment Agency steigen die Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel. Die EU-Kommission überlegt sich gerade Schritte zu einer Gesundheitsunion, auch um körperliche und seelische Leiden in Folge des Klimawandels zu bekämpfen. Wissenschaftler*innen haben errechnet, dass ein Prozent der Todesfälle weltweit zwischen 1990-2019 durch Hitze verursacht wurden. Besonders ältere Menschen sind betroffen.
Im Saarland und Teilen von Rheinland-Pfalz hat es starke Überflutungen gegeben; die durchschnittliche Regemenge eines Monats fiel innerhalb von 24 Stunden.
Noch schlimmer hat es Brasilien getroffen. Dort hat im Staat Rio Grande dol Sul der Bruch eines Wasserkraftwerks nach heftigen Regenfällen zu einer wochenlang anhaltenden Flut geführt, die nun Todesfälle durch verschmutztes Wasser verursacht. Mehr als 100.000 Menschen sind dort nun obdachlos. In Mexiko stiegen die Temperaturen auf über 45 Grad.
In Indien stiegen die Temperaturen auf über 50 Grad; ein neuer Rekord (52,3 Grad) wurde aufgestellt. Die Hitzewelle hat auch Auswirkungen auf die dort stattfindenden Wahlen. Die Hitzewelle erstreckt sich von Pakistan bis zu den Philippinen. In der US-Wüstenstadt Phoenix/Arizona hat die steigende Hitze die Zahl der Hitzetodesfälle um 1.000 Prozent in den letzten zehn Jahren erhöht. Dort starben 2023 rund 12 Menschen pro Woche an der Hitze.
In einer Kleinstadt im US-Bundestaat Colorado stapelte sich der Hagel knietief auf (Foto). In Deutschland stiegen die Schäden durch Sturm, Hagel und Starkregen 2023 um fast die Hälfte auf 5,7 Milliarden Euro; der Rekordjahr bleibt aber 2021 mit 13,9 Milliarden aufgrund der Überflutung im Ahrtal.
Ob diese Wetterereignisse auf den Klimawandel zurückzuführen sind, möchten Forscher*innen bei World Weather Attribution besser verstehen. Nach einer anhaltenden Dürre in Ostafrika ist es in den letzten Monaten dort zu Überflutungen gekommen. Die WWA schreibt dazu, dass „die Zunahme in den Niederschlagsmengen der letzten 15 Jahre zum Teil auf den menschengemachten Klimawandel zurückgeht“. Die gute Nachricht: Auch Sylt wird irgendwann weggeschwemmt. |