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Rundbrief Dezember 2023



Liebe Mitglieder, Unterstützende und Interessierte,

wir haben ein in vielen Hinsichten herausforderndes Jahr hinter uns, und – ehrlich gesagt – 2024 sieht nicht leichter aus. Umso mehr hoffen wir, dass Sie über die Feiertage die Zeit finden, um im Kreise von Freund*innen und Familie Ruhe zu tanken. Wir versuchen das auch zu tun.

Ein kleines Geschenk möchte unser Vorstand Craig Morris allen Abonnent*innen machen. Man sollte allerdings gerne Englisch lesen. Details stehen weiter unten.

Der Dezember war ein kurzer Monat, und doch ist sehr viel passiert. Unten fassen wir das Positive und Negative von der COP28 zusammen.

Der Bundeshaushalt für 2024 wird wohl erst frühestens im Februar verabschiedet, und wir kennen die Änderungen auch nicht im Detail. Unten geben wir einen Überblick aus der Klimaperspektive.

Auch auf der EU-Ebene ist einiges passiert. Von der nationalen Plattform (die PNKS, siehe unten), die Vorschläge für ein neues Strommarktdesign sollte, kommt bislang nur wenig umsetzbares – Substantielles kommt hier, wie so oft eher aus Brüssel, auch wenn die Novelle der europäischen Gebäuderichtlinie abgeschwächt wurde.

Schließlich kam in Deutschland 2023 zum ersten Mal in einem Kalenderjahr mehr als 50% des Stroms aus erneuerbaren Quellen. Das lag zum einen am Zubau, zum anderen aber auch am gegenüber den Vorjahren geringeren Stromverbrauch. Die Lichter blieben an.

Unsere Arbeit wird ganz überwiegend durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. Wenn Sie bereits Mitglied sind oder gespendet haben, vielen Dank dafür! Wir haben Anfang des Monats unsere Mitglieder in einem Spendenbrief angeschrieben und dürfen uns bereits über rund 15.000 Euro für unsere weitere Arbeit freuen. Hinzu gekommen sind die 5.000 Euro die unser Beiratsmitglied Heinz Ullrich Brosziewski zum Matching zur Verfügung gestellt hat. Danke! Jede Spende erhöht auch unser Eigenmittelbudget für Projektanträge.

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!

Ihr Team des Klimaschutz im Bundestag (KiB) e.V.

 
Aus aller Welt
COP28: Gemischte Ergebnisse

Im wärmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen ist die 28te Klima-COP im Dezember zu Ende gegangen. Rund 88.000 Menschen nahmen vor Ort in Dubai teil, mehr als je zuvor. Fast alle Gruppen waren zahlenmäßig besser als früher vertreten, aber die 2.456 fossile Lobbyist*innen sorgten für Kritik. In einer Abschluss-Diskussion in Berlin nach der COP argumentierte ein solcher Lobbyist, seine Branche würde damit nur 3% der Teilnehmenden ausmachen – und fragte provokant, ob sie gar keine Stimme haben sollten. Ein Vertreter Deutschlands bei der COP wies darauf hin, dass die NGOs zahlenmäßig stärker vertreten sein mochten, sie hätten aber eher den Status von Beobachter*innen. Die fossilen Lobbyist*innen dagegen hätten eher Führungsrollen eingenommen.

Angefangen hat der Einfluss der fossilen Energien mit dem Präsidenten der COP28 Al Jaber, der gleichzeitig Geschäftsführer von Adnoc ist, der staatlichen Öl-Firma der Vereinigten Arabischen Emiraten. In einem sehr sehenswerten geleakten Zoom behauptet er, es gebe keine wissenschaftliche Basis für ein Ende der fossilen Energien. Gemeint hat er eventuell eine peer-reviewed-Studie vom September, die für das Ziel von 1,5° eine Reduktion von Kohle, Öl, und Erdgas um jeweils 95%, 62%, und 42% bis 2050 vorsieht – und eben nicht um 100%. Die meisten Studien (wie der Production Gap Report vom UNEP) warnen allerdings dringend davor, fossile Energien weiter zu verbrennen.

Jede COP hat ein konkretes Ziel. Bei der COP28 ging es um die Etablierung der globalen Bestandsaufnahme (global stocktake). Hier wird alle fünf Jahre überprüft, inwiefern die Länder auf dem Pfad zu den Pariser Zielen sind und wer nachlegen muss. Dass die Bestandsaufnahme glatt über die Bühne ging, wird als großer Erfolg gewertet. Allerdings blieb die Frage unbeantwortet, wie man die Pläne der Länder (NDCs, nationally determined contributions) bis 2030 Paris-konform machen soll. Die aktuellen NDCs führen zu einer Erwärmung um bis zu 2,9°C. Bis zur nächsten Bestandsaufnahme 2028 wird das CO2-Budget für 1,5°C bereits aufgebraucht sein.

Positiv bewertet wird, dass „fossile Energien“ zum ersten Mal in einem COP-Abschlussdokument erwähnt wurden (hier der finale Text). Viele hofften allerdings auf einen Aufruf zu einem „Ausstieg aus“ (phase-out of) fossilen Brennstoffen. Herausgekommen ist lediglich eine „Abkehr von“ (transition away from) fossilen Energien. Falls Sie keinen Unterschied zwischen phase-out und transition away from erkennen, liegt es nicht an Ihren Englischkenntnissen. Vielmehr bedeutet transition im COP-Jargon so etwas wie Brückentechnologie. Gemeint ist vor allem Erdgas. Die Welt solle also durchaus weiter fossile Brennstoffe nutzen, vor allem Erdgas.

Eine gute Nachricht: 118 Länder haben sich verpflichtet, die installierte erneuerbare Leistung bis 2030 zu verdreifachen. Gleichzeitig formte sich eine Gruppe von 20 Ländern, die die Kernkraft voranbringen will. US-Klimadiplomat John Kerry sagte, netto Nullemissionen seien ohne die Kernkraft nicht denkbar. Das ist weniger gut.

Deutschland hat sich auch für die Gründung eines „Klimaclubs“ eingesetzt. Ursprünglich 2022 auf einem G7-Treffen diskutiert, wurde der Club auf der COP28 mit 36 Mitgliedern etabliert. Ziel ist es, grüne Industrieprozesse (wie die Herstellung von Stahl und Zement) zu unterstützen. Hier fehlen allerdings noch China, Indien und Brasilien.

Letztlich wurde ein Fonds für Schäden und Verluste geschaffen, auch wenn dieser viel zu klein ist, wie die Abbildung links oben provokant zeigt (Quelle). Alles in allem war die COP28 wichtig und enttäuschte nicht mehr, als zu erwarten war. Oder um Prof. Claudia Kemfert zu zitieren: COP28 ging „in Trippelschritten in eine nicht falsche Richtung“.

Abschlussdokument COP28
 
Aus Europa
Keine Sanierungspflicht in der Gebäuderichtlinie

Das europäische Parlament und Rat haben sich auf einen Text für die Gebäuderichtlinie geeinigt. Sie muss nun vom Parlament und Rat förmlich abgenommen werden.

Ab 2030 sollen alle neuen Gebäude in der EU klimaneutral sein, öffentliche Gebäude schon ab 2028. Da aber kaum Gebäude im Verhältnis zum Bestand hinzukommen, liegt das größte Potential in der Sanierung. 85% der Gebäude in der EU wurden vor 2000 gebaut.

Ursprünglich sollte es eine Sanierungspflicht geben; die energetisch schlechtesten Gebäude würden zuerst saniert. Nun obliegt es jedem Mitgliedstaat, einen Pfad festzulegen, um die Primärenergie bis 2030 um 16% und bis 2035 um 20-22% zu senken. Der Fokus soll nicht mehr auf Einzelgebäude, sondern auf Quartieren liegen. Mietende und von Energiearmut betroffene Haushalte sollen dabei geschützt werden.

Ab dem 1.1.2025 sind Subventionen für fossile Heizungen nicht mehr erlaubt, und ab 2040 sind fossile Brennstoffe bei der Wärme- und Kälteversorgung verboten.

Pressemeldung der EU-Kommission
CO2-freier Strom bis 2035

Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, und die Schweiz (die „Penta-Länder“ – auf die Zahl 5 kommt man, wenn man Benelux als ein Land zählt) haben eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, dass sie ab 2035 CO2-freien Strom produzieren. Zusammen machen diese Länder knapp die Hälfte der Stromerzeugung in Europa aus.

Der Zusammenschluss ist vor der Frage der Kernkraft interessant, weil alle Länder bis auf Deutschland, Luxemburg und Österreich Kernkraftwerke haben. Frankreich möchte sogar mit Schweden die Kernkraft ausbauen, wie am selben Tag aus der Penta-Erklärung bekannt wurde.

Pressemeldung der Schweizer Regierung
Strommarktreform kommt aus der EU

Die deutsche Plattform klimaneutrales Stromsystem (PNKS) sollte bis Jahresende Empfehlungen für ein neues Strommarktdesign erarbeiten. Doch als die PKNS im Dezember zum letzten Mal tagte, war es still um die sie geworden. Das liegt auch daran, dass die Änderungen sowieso aus Brüssel kommen.

Die größte Änderung aus Brüssel ist wohl die Umstellung auf Differenzverträge (Contracts for Difference, CfDs) für die Förderung erneuerbarer Energien. Bisher hatte Deutschland Einspeisetarife und Tarife mit Prämien, falls die Tarife im Verhältnis zu Marktpreisen zu niedrig waren. Bei CfDs sollen Stromproduzierende nun auch einen Malus zurückzahlen, wenn der Marktpreis höher als die Tarife sind. Damit müsste das deutsche Tarifsystem „wahrscheinlich“ (so eine Einschätzung von der Stiftung Umweltenergierecht) umgestellt werden.

Weitere Schwerpunkte in der europäischen Reform betreffen:

  • Die Kohle- und Kernkraft: Beide dürfen weiterhin staatlich unterstützt werden.
  • Verbraucher*innen: Sie werden besser vor Preisschwankungen geschützt, sollen die Wahl zwischen dynamischen und festen Strompreisen haben.
  • Energy-Sharing: Über neue Plattformen sollen Bürger*innen und Betriebe Strom- und Speicherkapazitäten anbieten können.
  • Peak-shaving-Produkte (Lastverschiebung): Auf den Strommärkten soll es leichter werden, Stromverbräuche zeitlich zu verschieben und dafür Geld zu bekommen.
Einschätzung von der Stiftung Umweltenergierecht
 
Aus Deutschland
Bundeshaushalt 2024 noch offen

Nachdem das Bundesverfassungsgericht im November die Sondertöpfe kippte, haben Bundeskanzler Olaf Scholz, Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundesfinanzminister Christian Lindner am 13.12.2023 die Eckpunkte einer Einigung vorgestellt.

Nun liegen Vorschläge (jedenfalls teilweise) vor, aber vor Weihnachten wird

Es mussten 2024 12,7 Milliarden Euro für den Klimatransformationsfonds (KTF) eingespart bzw. gefunden werden. Trotzdem gibt es Positives in Sachen Klimaschutz zu vermelden:

  • Flugbenzin sollte verteuert werden, was sich bei der Umsetzung bereits als kompliziert erwies. Stattdessen wird eine Ticketsteuer bei deutschen Flughäfen erhoben.
  • Insgesamt ist der Abbau klimaschädlicher Subventionen soll im Umfang von 3 Mrd. Euro erfolgen, darunter die seit Corona höhere Steuerbegünstigung für Agrardiesel. Dieser Plan wird jedoch aus der Landwirtschaft massiv bekämpft. Ob er überlebt, ist derzeit unklar, vgl. unsere Einordnung im nächsten Beitrag.
  • Eine auf EU Ebene beschlossene Abgabe auf Plastik in Höhe von 1,4 Mrd. € soll nun weitergegeben werden und nicht mehr durch Haushaltsmittel abgedeckt werden.
  • Der CO2-Preis soll wie ursprünglich geplant 2024 auf 45 Euro und 2025 auf 55 Euro steigen.
  • Der Zuschuss für die Übertragungsnetzentgelte wird gestrichen, was bereits ab dem 1.1.2024 zu höheren Stromkosten führt, dafür aber zur Sparsamkeit anreizt.

Es gibt auch eher negative Aspekte aus Klimasicht:

  • Hierzu gehört die bereits als Teil des sog. Strompreispakets im November angekündigte Absenkung der Stromsteuer für Unternehmen des produzierenden Gewerbes auf 20 Euro pro Megawattstunde, zu der bereits ein entsprechender Änderungsantrag zur Anpassung von § 9b StromStG für das Haushaltsfinanzierungsgesetz vorliegt.

  • Es gibt weniger Förderung für Gebäudesanierungen.

  • Die Förderung für den Neubau von Solarfabriken in Deutschland wurde halbiert.

Andere Änderungen sind nicht so eindeutig als positiv oder negativ zu bewerten.

  • Der Umweltbonus für E-Autos endet auch abrupt, was zu Problemen bei Käufer*innen und Händler*innen führt; hier wäre wohl eine kurze Übergangsfrist pragmatisch gewesen.

Leider wurde keine vollständige Liste der Änderungen veröffentlicht. Man gelangt nur scheibchenweise an Infos, und auch diese können sich (siehe Flugbenzin oder Agradiesel) schnell ändern. Das Jahr 2024 beginnt jedenfalls mit Unsicherheit für viele Betroffene – unter anderem einige NGOs, die teils staatlich gefördert werden. (KiB ist zum Glück nicht betroffen.)

Wann der Haushalt für 2024 endgültig beschlossen werden kann bleibt derzeit offen. Im Januar müssen die vorgesehenen Änderungen durch eine öffentliche Anhörung und den Haushaltsausschuss. Vermutlich wird es Februar bis für 2024 nach einem regulär verabschiedeten Haushalt gewirtschaftet werden kann.

Was bedeutet eigentlich eine Absenkung der Subvention auf Agrardiesel?

Es geht um Dieselsubvention. Also Subventionen, die das Verbrennen fossiler Energieträger belohnen. Wollten wir letztere aus guten Gründen nicht verteuern?

Die Dieselsubvention soll lediglich wieder zurück auf das vor Corona Niveau zurückgehen. Das war bereits von der vorangehenden Regierung so geplant.

Den derzeit mit ihren Traktoren protestierenden Landwirt*innen geht es um fehlende Einnahmen.

Malte Kreutzfeldt hat nachgerechnet, um wieviel sich Produkte verteuern würden: vernachlässigbar!2022 war für Bauern das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr seit langem.

Vielleicht sollten wir öfter mit Landwirt*innen zusammen mit Elektrotraktoren auf die Straße gehen, um dafür zu demonstrieren, dass Landwirte nicht nur für eine gesunde Nahrungsmittelproduktion, sondern auch für alle anderen Dienstleistungen zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen und Landschaften angemessen von uns allen den Profiteuren bezahlt werden.

Und es gibt auch Landwirte, die inhaltlich/thematisch nicht von den Argumenten überzeugt sind und deshalb bei den Protesten nicht mitmachen.

Zum Meinungsbeitrag einer Landwirtin in Geo
Solarpaket 1 lässt auf sich warten

Das Solarpaket 1 enthielt einiges, worauf KiB 2023 hingearbeitet hat. Umso enttäuschter waren wir, als wir erfahren haben, dass das Solarpaket 1 in Teilen ins nächste Jahr verschoben wurde.

Die diskutierten Teile flossen in einen „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zur Vermeidung kurzfristig auftretender wirtschaftlicher Härten für den Ausbau der erneuerbaren Energien“. Am Titel erkennt man, dass es nicht nur um Solar ging. Für die Windenergie wird die Nachtkennzeichung nun bedarfsgesteuert, und die Realisierungsfristen werden verlängert.

Nicht berücksichtigt wurde Energy-Sharing – obwohl das bereits seit einiger Zeit von allen EU-Mitgliedsländern in RED III gefordert wird! Unser Einsatz für Steckersolaranlagen hätte im Solarpaket 1 auch zu einer vereinfachten Anmeldung solcher Anlagen sowie eine Anhebung der maximalen Wechselrichterleistung von 600 W auf 800 W führen sollen. Das alles wurde aber ins kommende Jahr verschoben. Kommen soll das Paket aber.

Bericht in PV Magazine
Wärmeplanungsgesetz passiert Bundesrat

Der Bundesrat hat das Wärmeplanungsgesetz gebilligt. Damit tritt es am 1.1.2024 in Kraft. Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen bis Ende Juni 2026 einen Wärmeplan erstellen, der eine dekarbonisierte Versorgung ermöglicht. Kommunen mit 10.000 bis 99.999 Einwohner*innen haben bis Ende Juni 2028 Zeit.

Wärmenetze müssen bis 2030 zu 30% erneuerbar sein; unvermeidbare Abwärme gilt dabei als erneuerbar. Bis 2040 steigt das Mindestmaß auf 80% und bis 2044 auf 100%.

Auch wenn sie zugestimmt haben, beklagen die Länder, dass Geld bereits für die Planung fehlt. Für die Umsetzung der Pläne sieht es noch düsterer aus: Da fehlt nicht nur das Geld, sondern auch die Plan*innen und Handwerker*innen. Wie wir mehr Arbeitskräfte in diesem Bereich mobilisieren können, bearbeiten wir in einem aktuellen Projekt im Rahmen von “Arbeit und Transformation”. Weitere Details dazu folgen bald.

Meldung von der Bundesregierung
Geänderte Förderung für Gebäude

Eine neue Fassung der Bundesföderung für effiziente Gebäude -- Einzelmaßnahmen (BEG EM) könnte am 1.1.24 in Kraft treten.

Inhaltliche Kernänderungen der Förderkonditionen:

  • Heizungsförderung: Einheitliche Fördersätze für EE-Wärmeerzeuger von 30% Grundförderung, 20% Klimageschwindigkeits-Bonus (bis 31. Dezember 2028), 30% Einkommensbonus (max. 70% Förderung für private Selbstnutzer*innen; Details zur Förderung s.u.), nicht wie bisher technologiedifferenzierte Fördersätze (Ausnahmen: 5%-Effizienz-Bonus für Wärmepumpen, Emissionsminderungs-Zuschlag von 2.500 Euro für besonders effiziente Biomasseheizungen (neu!) und reine Investitionsmehrausgabenförderung für wasserstofffähige Heizungen (neu!)).
  • Erstmals gibt es eine gesonderte Komponente für private Selbstnutzer*innen von Wohngebäuden mit geringem bis mittlerem Einkommen (Einkommens-Bonus (neu!)) und zusätzlich eine gesonderte Komponente für den zügigen Austausch alter, besonders ineffizienter fossiler Heizungen oder Biomasseheizungen (Klimageschwindigkeits-Bonus (neue Konditionen!)).
  • Sonstige Effizienzmaßnahmen: Auch künftig gibt es bis zu 20% Investitionszuschuss für sonstige Effizienzmaßnahmen (Gebäudehülle, Anlagentechnik, Heizungsoptimierung).
  • Neuer Ergänzungskredit (neu!): Erhältlich für Heizungstausch wie auch für sonstige Effizienzmaßnahmen. Max. Kreditsumme 120.000 Euro pro Wohneinheit, max. Zinsvergünstigung 2,5% bei 30 Jahren Laufzeit, Zinsbindungsfrist maximal 10 Jahre. Erhältlich bei einer Geschäftsbank unter Vorlage einer Zuschusszusage (KfW) bzw. eines Zuwendungsbescheids (BAFA).

Die Förderung für den Heizungstausch (mit Ausnahme Errichtung, Umbau und Erweiterung von Gebäudenetzen) ist ab 2024 bei der KfW zu beantragen (neu!). Die Antragstellung bei der KfW startet voraussichtlich ab 27. Februar 2024 für private Selbstnutzer*innen im Einfamilienhaus; voraussichtlich ab 15. Februar 2024 ist eine Registrierung im Kundenportal der KfW möglich; für alle anderen Antragsberechtigten (Mehrfamilienhäuser/ Wohneigentümergemeinschaften, Vermietende, Unternehmen) gibt es einen gestaffelten Start der Antragstellung. Der konkrete Startzeitpunkt wird von der KfW in Abstimmung mit dem BMWK bekanntgegeben.

Die Förderung für sonstige Effizienzmaßnahmen (Gebäudehülle, Anlagentechnik, Heizungsoptimierung) sowie für Investitionszuschüsse für Errichtung, Umbau und Erweiterung von Gebäudenetzen ist wie bisher beim BAFA zu beantragen. Start: Ab 1. Januar 2024.

Änderungssynopse der neuen BEG EM
 
KiB-Diskussionsbeiträge
Webinar zu Steckersolar am 12.12.23

Mit knapp 400 Anmeldungen und weit mehr als 200 Teilnehmenden sind wir der Frage nachgegangen, ob sich mit den in 2024 anstehenden gesetzlichen Neuerungen Steckersolargeräte auch bei Mietenden durchsetzen können. Denn so ein Argument mit Balkonsolaranlagen können sich Mietende oder einkommensschwache Haushalte an der Energiewende beteiligen.

Trotz Ausgestaltung nach sozialen Kriterien zeigen Förderprogramme für steckerfertige PV-Anlagen, wie z.B. in Mecklenburg-Vorpommern, das erst wenige Mieter diese in Anspruch nehmen oder nehmen können. Während das Kontingent für Eigentümer (5 Mio. für 10.000 Anlagen) bereits nach kurzer Zeit erschöpft war, stehen „für Mieter noch für längere Zeit ausreichende Mittel“ (4,855 Mio. für 9.711 Anlagen, zum 30.11.23) zur Verfügung.

Wir haben diskutiert u.a. mit Christian Ofenheusle von machdeinenstrom.de woran das liegt und was Politik sowie betroffene Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen proaktiv unternehmen können, um Steckersolargeräte auch für Mieter attraktiv und umsetzbar zu machen.

Die Diskussion war besonders lebhaft, wohl weil das Thema viele Menschen persönlich betrifft. An der F&A-Runde erkennt man, wie viel Aufklärung geleistet und Klarheit geschaffen werden muss. Wer nicht teilnehmen konnte, kann sich den Mitschnitt anschauen.

Dokumentation der Veranstaltung
Offene Fragen zur gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung

In der aktuellen Ausgabe von VDIV aktuell (siehe Seite 46), dem Fachmagazin für die Immobilienverwaltung, fasst unser Dr. Jörg Lange zusammen mit dem Hausverwalter Fabian Sprenger die offenen Fragen zur gemeinschaftliche Gebäudeversorgung zusammen. Im (aufgeschobenen – siehe oben) Solarpaket 1 wurden Änderungen zu §42b EnWG vorgeschlagen. Wie Dr. Lange und Herr Sprenger erklären, werfen die Änderungen zu viele Fragen auf.

VDIVaktuell-Heft
 
Bemerkenswertes
Climate Connect

Viele unserer Mitglieder und Newsletter-Abonnent*innen sind in lokalen Klimagruppen aktiv. Vielleicht wollt ihr euch die Plattform Climate Connect anschauen. Dort kann man seine Gruppe eintragen und auch sehen, was sonst alles in der Welt passiert. Die Plattform bietet auch Vernetzungsveranstaltungen (ClimateHubs) an.

Webseite
Webinar zum Thema „Energy Democracy“

Wer des Englischen mächtig ist und sich für die Bürgerenergie interessiert, mag vielleicht den Mitschnitt eines Webinars mit unserem Vorstand Craig Morris anschauen. Er wurde eingeladen, für eine dänische Delegation zum Thema „Energy Democracy“ zu referieren. So hieß nämlich ein Buch, das er 2016 veröffentlicht hat. Das Buch erzählt die Geschichte der deutschen Energiewende nach und zeigt auf, wie die Demokratie hierzulande von der Graswurzelbewegung profitiert hat. Zu Weihnachten bietet Herr Morris das Buch kostenlos als PDF an. Wer die Datei haben möchte, kann ihm einfach schreiben: craig.morris@klimaschutz-im-bundestag.de.

Video-Mitschnitt
 
Zahlen des Monats 
52 Prozent

Gegenüber dem Vorjahr sinkt 2023 der Stromverbrauch konjunkturell bedingt um 3,6%, der erneuerbare Anteil steigt von 47% auf 52% und die Emissionen sinken um 20%.

Bericht von AG Energiebilanzen
28 TWh

Um so viel ist die Stromproduktion aus Braunkohle 2023 im Vergleich zu 2022 gesunken. Gleichzeitig sank der Strom aus Steinkohle um 19,6 Terawattstunden.

Bericht von AG Energiebilanzen
9,2 TWh

So viel hat Deutschland 2023 netto an Strom importiert. Damit wurde zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten mehr Strom importiert als exportiert.

Bericht von AG Energiebilanzen
 
Kommende Termine
17.1.24: Erfolgreiche Praxis: Speicherkraftwerke 2024

In Grevesmühlen veranstalten die Flexperten einen Infotag, der am 06.02.24 in Osnabrück wiederholt wird. Mit einem flexiblen Speicherkraftwerk gehören Biogasnanlagen zur Kraftwerksstrategie. Ihr Wärmepuffer wird zum Herzstück des örtlichen Wärmenetzes.

Anmeldung
18.01.24: BEE Energiedialog 2024 (online)

Unter anderem sprechen Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V., sowie Dr. Robert Habeck, MdB, Minister für Wirtschaft und Klimaschutz sowie Vizekanzler. Zwei Diskussionspanel runden den intensiven Austausch ab.

Zoom-Link
23.1.24: Webinar: Klimaschutz-Finanzierung

Die digitale Webinarreihe „Finanzpolitik für Klimaschutz und Gerechtigkeit“ von der Klima-Allianz in Kooperation mit WWF Deutschland und Germanwatch adressiert die zentralen Aspekte zur Finanzierung der sozial-ökologischen Transformation.

Infos & Anmeldung

Kontakt

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Klimaschutz im Bundestag (KiB) e.V.

Alfred-Döblin-Platz 1
79100 Freiburg
Tel ++49 (0)761-45893277
Fax ++49 (0)761-59479250
E-Mail: info@klimaschutz-im-bundestag.de
Web: www.klimaschutz-im-bundestag.de

Bildquellen:
EU-Fahnen von Guillaume Perigois auf Unsplash
Strommasten-Foto von Kiwi Thompson auf Unsplash
EU-Fahne von Christian Lue auf Unsplash
Solar-Foto von Benjamin Jopen auf Unsplash
Wolken-Foto von Daoudi Aissa auf Unsplash
Gebäude-Foto von duncan kidd auf Unsplash


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