Laut einer aktualisierten Berechnung des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) hat die Bundesrepublik ihr CO2-Budget für 1,5°C aufgebraucht – „e nachdem, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Klimagrenze eingehalten werden soll“. Die Berechnung wurde bereits 2020 und 2022 durchgeführt.
Die Idee hinter CO2-Budgets ist es, eine verbleibende Menge an CO2-Emissionen über die Zeit bis zu einem gewissen Ziel (hier: 1,5°C) zu ermitteln. Global ist das schwierig genug, denn eine gewisse Bandbreite wird immer vorweggenommen. Außerdem ist das Ziel von 1,5°C mit einer Wahrscheinlichkeit verbunden: Z.B. spricht man bei einer Menge X an Emissionen von einer 50% Chance, dass die Erderwärmung unter 1,5°C bleibt.
Noch schwieriger wird es, wenn man versucht, das globale Budget auf ein einzelnes Land herunterzubrechen. Deutschland etwa hat sehr hohe historische Emissionen; in Entwicklungsländern würde es deshalb als unfair empfunden, wenn die Deutschen ihre Emissionen nicht schneller reduzieren müssten.
In der neuen Bewertung spricht der SRU vom „fairen Anteil“ Deutschlands, der nun aufgebraucht sei. Die Temperaturgrenze von 1,5°C und einer 75-prozentigen Wahrscheinlichkeit sei bereits Anfang 2023 aufgebraucht. Deshalb untersucht die neue Berechnung ein Ziel von 1,75°C mit einer 75-prozentigen Wahrscheinlichkeit.
Dann hätte die Welt noch ein Budget von 569 Gigatonnen CO2, die ausgestoßen werden könnte. Das deutsche Budget liege dann bei 3,9 Gigatonnen CO2. Bei einer linearen Reduzierung angefangen bei den 0,6 Gigatonnen CO2“, die 2023 emittiert wurden, müsste Deutschland bis 2037 klimaneutral sein.
Selbst die Novelle des Klimaschutzgesetzes würde die Grenze von 1,75°C reißen. Aber immerhin, so der SRU, liegen die deutschen Klimaziele noch unter der 2,0°C-Grenze. |