Liebe Mitglieder, Unterstützende und Interessierte,
auch wir könnten ein paar gute Nachrichten gebrauchen: 96% der neu installierten Stromerzeugungskapazität weltweit war 2024 erneuerbar. Chinas Emissionen sind wohl zum ersten Mal gesunken, auch wenn der Handelskrieg mit den USA eine Rolle dabei spielt. Im Juni war Solar erstmals die größte Stromquelle in der EU. Auch Polen hatte im Juni zum ersten Mal mehr Strom aus Erneuerbaren als aus Kohle.
Leider gab es auch schlechte Nachrichten. Hierzulande hat unser Kanzler Merz im Juli den deutschen Anteil an den globalen Emissionen (2%) zur Nebensache degradiert, und Wirtschaftsministerin Reiche überlegt eine Aufschiebung der deutschen Klimaneutralität von 2045 auf 2050.
Wir haben eine Stellungnahme zum Referentenentwurf des Energiewirtschaftsgesetz eingereicht. Die Verbände hatten 7 Kalendertage für die Kommentierung des mehr als 200 Seiten langen Entwurfs. Details finden Sie unten.
Ein Urteil des Bundesgerichtshofes vom Mai sorgt derzeit für Konfusion bei Mieterstrom und Kundenanlagen. Unser Jörg Lange schlägt ein paar einfache Lösungen in der Kolumne des Monats vor.
Gestern abend hat das Kabinett den Entwurf des Bundeshaushalts für 2026 beschlossen. Noch verwaltet das BMWE den Klimatransformationsfonds, obwohl das Thema Klimaschutz beim BMUKN liegt; Zuständigkeiten werden sich also noch verschieben. Noch liegt z.B. die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beim BMWE; sie wurde um 3,3 Milliarden auf 12 Milliarden Euro gekürzt. Die Absenkung der Stromsteuer für alle bleibt noch aus. Die Mittel für den Radverkehr wurden aber von 442 Millionen auf 620 Millionen Euro erhöht. Fürs Deutschlandticket gibt es weiterhin die gleiche Summe (1,5 Milliarden), was aber durchaus steigende Preise bedeuten könnte.
Laut Dezernat Zukunft lauert eine andere Gefahr: Weil die Schulden weiter ansteigen, wird der Anteil der gebundenen Mittel immer größer – und könnte bereits 2035 100% des Haushalts ausmachen. Morgen hält die Denkfabrik ein Webinar zum Haushalt 2026. Details weiter unten.
Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!
Ihr Team des Klimaschutz im Bundestag (KiB) e.V. |