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Rundbrief Juni 2024



Liebe Mitglieder, Unterstützende und Interessierte,

im Juni hatten wir gleich zwei online-Termine. Am 11.6. ging es um „Wohnraumsuffizienz“. Zu deutsch: Wenn es immer mehr Wohnfläche pro Kopf gibt, wieso findet man so schwer eine Wohnung? Eine Antwort kommt aus Zürich. Einen Mitschnitt des Webinars kann man hier schauen; dort findet man auch die Folien der Vortragenden.

Der zweite Termin war unser Sommergespräch 2024. Unser Vorstand Craig Morris berichtete aus seinen Gesprächen in Berlin, und unser Philipp George kam dazu, um das LowTech Bau Symposium zu Suffizienz zu besprechen. Den Mitschnitt finden Sie hier.

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!

Ihr Team des Klimaschutz im Bundestag (KiB) e.V.

 
Klima-Update

Der Anteil von CO2 in der Atmosphäre sprang im Mai plötzlich auf 427 ppm; in den letzten zwei Jahren ist der Anstieg schneller als jemals gemessen gewesen. Der Mai war der zwölfte Monat in Folge mit einer Rekordtemperatur. Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Erde die 1,5°-Grenze vor 2030 überschreitet. Die Klimaziele für 2030 in allen untersuchten Ländern würden langfristig zu einer Erwärmung von 2,5° führen; mit aktuellen Politiken steuern wir allerdings eher auf 2,7°C zu. Weltweit haben sich die Häufigkeit und Intensität extremer Waldbrände in den letzten 20 Jahren verdoppelt.

Seit gut 14 Monaten sind die Temperaturen in den Meeren völlig von der Vergangenheit abgekoppelt (siehe Bild unten, Quelle). Auch die Nordsee ist so warm wie noch nie. Der Bodensee ist seit 1962 gut drei Grad wärmer geworden.

Laut einer UNO-Umfrage ist die globale Sorge über den Klimawandel größer als je zuvor. Laut einer weiteren Umfrage in G20-Ländern wollen die meisten Befragten die Reichen höher besteuern; auch dort ist die Sorge um den Klimawandel groß.

In Griechenland wurde die Akropolis mittags wegen der Hitze geschlossen. Die USA litten im Juni unter einer fast kontinentalweiten Hitzewelle. In Saudi-Arabien starben Hunderte Pilger wegen der extremen Hitze. Auch in Mexiko starben Menschen während einer Hitzewelle. Im Hindu Kush fiel so wenig Schnee, dass das Wasser knapp werden könnte. Auf dem Balkan fiel der Strom aus wegen der Hitze.

Die Uni Freiburg hat ein Modell entwickelt, um Sturzfluten besser vorherzusagen. Laut Klimaforscher Stefan Rahmstorf ist Deutschland schlecht auf den Klimawandel vorbereitet.

Der Krieg in der Ukraine hat zu CO2-Emissionen geführt, die größer sind als die Emissionen der Niederlande. Die USA haben im Kyoto Protokoll insistiert, dass militärische Emissionen nicht gezählt werden; das ist noch heute der Fall, obwohl die Emissionen gut 5 Prozent der globalen Emissionen ausmachen.

 
Kolumne des Monats
Warum ein CO2-Preis immer durch Ordnungs- und Förderrecht flankiert werden muss

Bis heute hätte die Bundesregierung die europäische  Emissionshandelsrichtlinie zum Emissionshandel II für die Bereiche Gebäude und Verkehr in nationales Recht umsetzen. Was jetzt geschehen muss, beschreiben Dr. Jörg Lange und Craig Morris.

Volltext
 
Neue Regelungen

Der europäische Rat hat die Verordnung über die Wiederherstellung der Natur gebilligt. Bis 2030 sollen „mindestens 20 % der Land- und Meeresgebiete der EU und bis 2050 alle Ökosysteme, die der Wiederherstellung bedürfen, wiederhergestellt werden.“ Das umstrittene Gesetz kam allerdings nur zustande, weil die österreichische Klimaministerin Leonore Gewessler sich entgegen der Position ihrer Regierung für die Verordnung stimmte. Nun geht die Koalitionspartei ÖVP strafrechtlich gegen sie vor.

Die europäische Kommission hat die Beihilfe in Höhe von drei Milliarden € für die Entwicklung eines Wasserstoff-Kernnetzes in Deutschland gebilligt.  Das Kernnetz soll 2032 fertig sein.

Der Bundestag hat das Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) zum ersten Mal seit 30 Jahren reformiert. Klimaschutz wird nun als Schutzgut erwähnt. Sonst geht es um Bürokratie-Abbau für die Energiewende.

In der Kategorie „Regelungen, die nicht gekommen sind“: Bis zum 30.6. (also heute) hätte die Bundesregierung wie alle anderen EU-Regierungen ihren Nationale Energie- und Klimaplan final einreichen müssen. Der NECP steht aber erst Ende August auf der Kabinettsagenda. Laut der NGO Transport & Environment wird die Bundesrepublik 16,2 Milliarden Euro an Emissionszertifikaten nachkaufen müssen, weil der finale Plan so lasch ist wie der Entwurf.

Und der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag hat eine Einigung im Straßenverkehrsgesetz erzielt. Nun gilt neben der Flüssigkeit und Sicherheit des Verkehrs auch der Klima- und Umseltschutz als Ziel – zusammen mit der Gesundheit und städtebaulicher Entwicklung. Damit werden z.B. bessere Radwege und Tempo 30 in Städten leichter.

 
Neue Studien

Eine neue Studie vom Fraunhofer ISI für den ADFC zeigt, dass Deutschland den Radverkehr verdreifachen und dabei 19 Millionen Tonnen CO2 einsparen könnte. Dazu müsste man vor allem gute, geschützte Radwege bauen.

Der Expertenrat für Klimafragen hat die Projektionsdaten 2024 neu berechnet und widerspricht dem Umweltbundesamt, das meldete, Deutschland würde seine Ziele für 2030 einhalten. Die Hauptgründe seien „Kürzungen im Klima- und Transformationsfonds, aber auch veränderte Markterwartungen für Gaspreise und CO2-Zertifikatspreise im EU-ETS.“

Eine neue Studie von Greenpeace und der NGO Transport & Environment kommt zum Schluss, dass zwei Drittel aller geplanten Autobahnen und Bundesstrassen unwirtschaftlich sind. Das Verkehrsministerium will den Bedarfsplan als Ganzes überprüfen, nicht aber einzelne Projekte, obwohl der Bundesrechnungshof dies ausdrücklich fordert.

 
Neue Initiativen

Eine neue Denkbarik hat sich mit Förderung von der European Climate Foundation gegründet: Zukunft KlimaSozial. Die ersten Grundsätze sind als 11 Thesen zusammengefasst. Der Ansatz berufe auf vier Säulen: Förderung, Infrastruktur, Ordnungsrecht, and das Klimageld. An der Spitze des rein weiblichen Teams steht die Klimatologin Brigitte Knopf, die lange beim Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change gearbeitet hat und stellvertretende Vorsitzende des Expertenrat Klima ist.

Im Juni hat KiB einen Appell für einen European Green and Social Deal unterzeichnet. Der Appel richtet sich an die sich neu formierende EU-Kommission, die den weiteren Verlauf des europäischen Klima-Sozialfonds gestalten wird. Dazu gehört auch der nächste mehrjährige Finanzrahmen der EU, der die sozial-ökologische Transformation besser berücksichtigen muss.

Eine neue Webseite von der Universität Maryland zeigt, wie bestimmte Orte 2080 aussehen könnte. Man kann dort seinen Ort eingeben, und man bekommt einen zweiten Ort angezeigt, der heute ein ähnliches Klima hat wie das, das dem ersten Ort bevorsteht. Berlin zum Beispiel dürfte 2080 eher ein Klima wie in Norditalien haben.

 
Bemerkenswertes

In der Kategorie „warum kriegen die so etwas hin?“ – ein Bericht aus Dänemark. Dort wird eine Klimasteuer für den Agrarsektor geplant. In der EU sind die Sektoren Energie, Industrie, Wärme und Verkehr mit einem CO2-Preis belegt – Agrar jedoch nicht. Der Sektor macht in Deutschland acht Prozent der Emissionen aus, in Dänemark sind es aber 35 Prozent.

Der Referent für Klima in der dänischen Botschaft in Berlin erzählte uns, dass der Vorschlag durchaus umstritten sei und nicht unbedingt Gesetz wird. Allerdings sei die Verabschiedung wahrscheinlich, unter anderem weil die Bauenrpartei Teil der Koalition ist und den Plan bereits unterstützt. Der Expertenrat habe ehrgeizigere Vorschläge gemacht, der derzeitige Plan sei schon abgemildert.

 
Zahlen des Monats 
65 Prozent

So viel mehr Wind und PV wurden laut der NGO Ember von 2019 bis heute in der EU neu installiert -- also seit dem Beginn der heutigen Kommission.

Bericht
58,4 Prozent

So viel Grünstrom hat Deutschland im ersten Quartal erzeugt -- mehr als je zuvor laut dem Statistischen Bundesamt.

Bericht
41,59 Cent

So viel kostete eine Kilowattstunde für Haushalte am 1.4.24 laut der Bundesnetzagentur, fünf Prozent weniger als im Vorjahr.

Bericht
 
Kommende Termine
11.7.: 
Klimaklagen als Ausweg aus der Klimakrise? (München und online)

Bei der Veranstaltung der Klima-Allianz wird Rechtsanwältiin Dr. Roda Verheyen über ihre Erfahrungen mit der Rolle von Recht als Ausweg aus der Klimakrise berichten.

Infos & Anmeldung
12.7.: Jobfestival für Klimaschutz (Stuttgart)

Teilnehmende können mit Menschen ins Gespräch kommen, die inspirierende Lebenswege mitbringen, und Unternehmen kennenlernen, die schon heute einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Für Schüler*innen ab Klasse 9, Studierende und junge Menschen in beruflicher Orientierung bis 28 Jahren

Infos & Anmeldung
16.7.: Klimafonds Infostunde (online)

Die Lage für indigene Territorien wird immer bedrohlicher, doch sind Sie ein zentraler Baustein für den Erhalt unseres Weltklimas. Das Klima-Bündnis geht den Klimafonds genau deshalb an und so können Spender*innen echte Klimaverwantwortung übernehmen anstatt nur Offsetting zu betreiben.

Infos & Anmeldung

Kontakt

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Klimaschutz im Bundestag (KiB) e.V.

Alfred-Döblin-Platz 1
79100 Freiburg
Tel ++49 (0)761-45893277
Fax ++49 (0)761-59479250
E-Mail: info@klimaschutz-im-bundestag.de
Web: www.klimaschutz-im-bundestag.de


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