Die Energy Watch Group hat eine Studie mit dem Titel „Roadmap CO2-neutrales Deutschland“ veröffentlicht. Gedeckt werden die Sektoren Strom- und Wärme, Industrie und Verkehr – und damit 88 Prozent der nationalen CO2-Emissionen. In den kommenden 20 Jahren müsse pro Jahr 90 Milliarden investiert werden. Allerdings sei dies nur fünf Prozent mehr als ohnehin ausgegeben würde und damit verkraftbar. Zum Beispiel könne Deutschland jedes Jahr 85 Milliarden Euro an fossilen Energieimporten einsparen.
Agora Energiewende hat eine Schätzung der deutschen THG-Emissionen im Jahr 2024 veröffentlicht. Sie gingen insgesamt um 3 Prozent zurück, wobei es in den Sektoren Gebäude und Verkehr immer noch kaum Bewegung gibt. Der Strommarkt komme dafür gut voran.
Die Bundesnetzagentur hat Daten zum Strommarkt im Jahr 2024 veröffentlicht. 431,7 TWh an Strom seien erzeugt worden, 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit geht der Abwärtstrend weiter – in den 2010er Jahren lag das Niveau eher bei 500 TWh aufwärts. Der durchschnittliche Großhandelsstrompreis im Day-Ahead-Markt ist etwas gesunken auf 78,51 €/MWh nach 95,18 €/MWh im Vorjahr. Es gab mehr Stunden mit negativen Großhandelspreisen: 457 im Vergleich zu 301 im Vorjahr. Die Netto-Stromimporte sind gestiegen, wobei die BNetzA die genaue Zahl in der Pressemitteilung nicht beziffert. Wohl weil die steigenden Nettoimporte als Beleg für eine steigende Blackout-Gefahr missverstanden werden. Stattdessen erklärt die BNetzA, dass Stromimporte Preisunterschiede ausgleichen, was gewollt ist.
Die britische Denkfabrik Ember hat eine Übersicht der Strommärkte in Europa bis Ende 2024 veröffentlicht. Die Erneuerbaren machen nun 47% des in der EU erzeugten Stroms aus. Die Sonnenenergie (11%) ist jetzt wichtiger als Kohlekraft, dessen Anteil zum ersten Mal unter 10% gefallen ist.
Ecologic und das Öko-Institut haben berechnet, dass die Klimaschutzlücke in der EU größer ist als vermutet. Brüssel geht vor einer 88%igen Absenkung bis 2040 aus, und zwar unter heutiger Politik. Basierend auf Zahlen von der EEA (European Environment Agency) gehen die Autor*innen eher von 54% aus. Besonders drastisch müsse man im Verkehrssektor gegensteuern, sonst würden die Emissionen nur um 21 Prozent statt um die anvisierten 82 Prozent sinken.
In einer Studie in Nature fragen Forscher*innen, wie die Netzausbaukosten vom Einkommensniveau der E-Fahrzeug-Nutzer*innen in den Quartieren beeinflusst werden. Der überraschende Befund: In einkommensstarken Wohngebieten könnten die Kosten bis zu 33-mal höher ausfallen als in einkommensschwachen. Häufig werden solche Kosten durch allgemeine Strompreiserhöhungen auf alle Haushalte umgelegt, was die Gefahr von Energiearmut und sozialen Ungleichheiten verschärft. Die Autor*innen plädieren daher für Maßnahmen wie dynamische Stromtarife für Elektrofahrzeuge, um eine gerechte Energiewende zu fördern.
Ein Forschungsteam vom PIK hat untersucht, wie eine CO2-Abgabe auf Lebensmitteln funktionieren könnte. Milch würde dann rund 25 Cent pro Kilogramm teuer, Rindfleisch ganze vier Euro pro Kilogramm. Die 8,2 Milliarden Euro pro Jahr an Einnahmen könnten dann als Pro-Kopf-Klimageld zurückgezahlt werden, um die Abgabe sozial gerechter zu machen. |