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Rundbrief Februar 2026



Liebe Mitglieder, Unterstützende und Interessierte,
das gesamtpolitische Umfeld und insbesondere die Bundesregierung zeigen die Tendenz, rückwärtsgewandt und  kurzsichtig auf die Fortsetzung des fossilen Zeitalters zu setzen. Da braucht es uns, den KiB e.V., um genau hinzuschauen und mit Kompetenz zukunftstfähige Lösungen einzufordern.
Das gilt ganz besonders auch für das revidierte Gebäudeenergiegesetz!


Herzliche Grüße
Ihr Kurt Gramlich
Vorstandsvorsitzender, Klimaschutz im Bundestag e.V.!

 
Neuigkeiten aus Deutschland

Nukleuswohnen Leipzig-Grünau

Mit Yanik Wagner (RWTH Aachen) hatten wir 2024 eine Podiumsdiskussion (KiB in Kooperation mit dem DGB Freiburg und FFF Freiburg). Nun wird seine Forschung konkret: In Leipzig entsteht ein einem leerstehenden Plattenhaus des Typs WBS 70 ein Wohndemonstrator für „Nukleuswohnen“. Teile des Gebäudes werden temporär umgebaut und in den Sommern 2026 und 2027 von Testwohnenden bewohnt und wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, im Bestand flexible und gemeinschaftliche Wohnformen praktisch zu erproben.

Grundlage ist ein vorausgegangenes Forschungsprojekt zum standardisierten WBS-Grundrisssystem, das dessen Potenzial für zeitgemäßes und anpassungsfähiges Wohnen aufgezeigt hat. Besonderer Fokus lag auf Bestanderhalt und Wohnraumsuffizienz.

Mehr Informationen

Kohlenstoffmanagement in Baden-Württemberg - Policy Brief der Uni Freiburg

Zur Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, das Karlsruher Institut für Technologie und das Frauenhofer-Institut einen Policy Brief zum Kohlenstoffmanagement vorgelegt. Er zeigt, welche politischen Entscheidungen nötig sind, um Klimaneutralität und industrielle Wertschöpfung zusammenzudenken. Denn trotz ambitionierter Emissionsvermeidung werden in Branchen wie Zement, Kalk oder Abfallverbrennung langfristig unvermeidbare CO₂-Emissionen bestehen bleiben.

Der Brief macht deutlich: Baden-Württemberg verfügt über relevante Emissionsquellen, jedoch fehlen bislang Abscheideanlagen, Transportnetze und Speicheroptionen. Da geologische Speicherpotenziale begrenzt sind, wird voraussichtlich eine Anbindung an Speicher in der Nordsee notwendig sein. Gleichzeitig bietet die Lage zwischen Frankreich, Schweiz und Österreich die Chance, sich als Knotenpunkt einer grenzüberschreitenden CO₂-Infrastruktur zu etablieren. Der Policy Brief formuliert dafür konkrete Handlungsoptionen – von Infrastrukturentscheidungen bis zum frühzeitigen gesellschaftlichen Dialog.

Policy Brief
 
Energiewende

Heizungsgesetz abgeschafft

Die 2023 eingefügten Paragraphen 71 und 72 des Gebäudeenergiegesetzes wurden gestrichen. Damit entfällt die Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Neben Wärmepumpen, Fernwärme, hybriden Systemen und Biomasse können künftig wieder uneingeschränkt Gas- und Ölheizungen eingebaut werden.

Kritik kommt unter anderem von den Grünen und der Linken. Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) warnt, dass ohne die 65-Prozent-Quote die Klimaziele im Gebäudesektor kaum zu erreichen seien.

Beitrag

LNG-Abhängigkeit von den USA

Ein neuer Policy Brief analysiert erstmals die Gasimporte im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (inkl. Norwegen) und zeigt eine deutliche Verschiebung. 2025 stammen fast 40% aller Gasimporte und rund 60% der LNG-Importe aus den USA. Während der Ausstieg aus russischen fossilen Energien strategisch richtig ist, greift eine bloße Verlagerung der Abhängigkeit zu kurz. Echte Diversifizierung bedeutet nicht, einen Lieferanten durch einen anderen zu ersetzen. Langfristige Energiesicherheit erfordert vor allem den beschnleunigten Ausbau erneuerbarer Energien, Effizienz, Elektifizierung sowie robuste Speicher- und Solidaritätsmechanismen innerhalb der EU.

Policy Brief
 
Klimawandel und Anpassung

Globale Klimadaten 2025: Erwärmung bleibt auf Rekordniveau

Der Bericht „Global Climate Highlights 2025“ des Copernicus Climate Change Service zeigt: 2025 war weltweit das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, mit einer Durchschnittstemperatur von 1,47°C über dem vorindustriellen Niveau. Besonders Polarregionen erwärmten sich stark. Eisbedeckungen blieben nahe Rekordtiefs. Extremereignisse wie Hitzeperioden, Überschwemmungen und Dürren nahmen weltweit zu, mit erheblichen Folgen für Mensch, Umwelt und Infrastruktur. Der Bericht betont die Dringlichkeit verlässlicher Klimadaten für politische Entscheidungen und die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

Zum Bericht

Kipppunkte im Klimasystem

Eine neue internationale Studie unter Beteiligung des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zeigt: Die globale Erwärmung muss unter 2°C bleiben und möglichst schnell wieder unter 1,5°C gesenkt werden, um das Risiko des Auslösens gefährlicher Kipppunkte im Erdsystem zu begrenzen. Bereits bei weniger als 2°C könnten bis zu acht kritischen Systemen wie Korallenriffe, Amazonasregenwald oder Eisschilde instabil werden. Selbst ein kurzes Überschreiten der 1,5°C-Grenze erhöht diese Risiken deutlich. Die Studie unterstreicht: Drastische Emissionssenkungen sind unerlässlich, um irreversible Klima-Kipppunkte zu verhindern.

Artikel
Klimaanpassung stärken

Der Europäische Wissenschaftliche Beirat zum Klimawandel fordert in einem neuen Bericht eine deutlich ambitioniertere Anpassungspolitik der EU. Angesichts zunehmender Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen reiche der bisherige Rahmen nicht aus, um Europa wirksam klimaresilient zu machen. 

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Auch auf kommunaler Ebene wächst der Handlungsdruck: Wie ZDFheute berichtet, fordern mehrere Klimabeiräte, Mittel aus geplanten Sodnervermögen stärker in Klimaanpassung und Klimaschutz zu investieren. Öffentliche Infrastruktur müsse konsequent klimafest geplant werden, um hohe Folgekosten zu vermeiden. Exper*innen warnen: Werden Klimarisiken nicht frühzeitig berücksichtigt, könnten heutige Bauprojekte schon in wenigen Jahrzenten zu Abrisskandidaten werden.

ZDF Artikel
 
In eigener Sache
Interview

Vanessa Dunker und Dr. Bastian Lange haben im Interview mit unserem Referenten, Philipp George, über die Ergebnisse ihrer Studie „Transformation großflächiger Parkplätze“ gesprochen. Im Fokus standen großflächige Parkflächen in Kommunen, die oft nicht systematisch erfasst sind, obwohl sie ein erhebliches Potenzial für nachhaltigen Stadtumbau, Entsiegelung, alternative Nutzung und bezahlbaren Wohnraum bieten. Das Interview könnt ihr euch sowohl in einer kurzen Version als auch in einer längeren Version auf unserer Webseite durchlesen. 

Interview Kurzversion

Save the date: 25.03.2026 Öffentlicher Vortrag, anschließend Mitgliederversammlung

Am Mittwoch, den 25.03.2026, findet unsere diesjährige Mitgliederversammlung im Solar-Info-Center in Freiburg statt. Unseren Mitgliedern wird in Kürze die offizielle Einladung zugeschickt.

Vor der Mitgliederversammlung gibt es um 18 Uhr einen öffentlichen Vortrag von Prof. Rüdiger Glaser mit dem Titel "Klimadämmerung". Professor Rüdiger Glaser: Klimadämmerung
Der Klimawandel ist mess-, spür- und sichtbar bei uns in Mitteleuropa angekommen. Wie es dazu kam, was er für
uns bedeutet und wie wir damit umgehen, erschließt sich erst aus seiner historischen Tiefe.
Aber die gute Nachricht zuerst: Es gibt einen gangbaren Korridor zwischen Klimaschutz und Klimawandelanpassung.
Und wir verfügen über das Wissen, die Möglichkeiten, die Ressourcen sowie die gesellschaftlichen Regelmechanismen,
um diesen Weg zu beschreiten. Der Klimawandel ist mess-, spür- und sichtbar bei uns in Mitteleuropa angekommen. Wie es dazu kam, was er für uns bedeutet und wie wir damit umgehen, erschließt sich erst aus seiner historischen Tiefe. Aber die gute Nachricht zuerst: Es gibt einen gangbaren Korridor zwischen Klimaschutz und Klimawandelanpassung. Und wir verfügen über das Wissen, die Möglichkeiten, die Ressourcen sowie die gesellschaftlichen Regelmechanismen, um diesen Weg zu beschreiten. So besehen ist die nächste Generation nicht die letzte, sondern die erste, die ihren Energiebedarf regenerativ gestalten kann. Rüdiger Glaser ist Professor für Geographie in Freiburg und erforscht die Geschichte des Klimas und den Umgang des Menschen damit.So besehen ist die nächste Generation nicht die letzte, sondern die erste, die ihren
Energiebedarf regenerativ gestalten kann.
Rüdiger Glaser ist Professor für Geographie in Freiburg und erforscht die Geschichte des Klimas und den Umgang des
Menschen damit.

 
Kolumne des Monats

In Vergessenheit geraten: Das ungeheure Subventionsprivileg des Flugverkehrs

Unser Beirats-Mitglied Matthias Seelmann-Eggebert nimmt sich in der Kolumne des Monats die Privilegierung des Flugverkehrs vor. Im Gegensatz zu den anderen Sektoren ist die CO2-Besteuerung gering bis nicht existent, obwohl es sich um einen Luxussektor handelt und einen erheblichen Effekt auf den fortschreitenden Klimawandel hat. Sie erfahren in der Kolumne ebenfalls, wie sich die Ticketpreise verändern würden, falls die EU und Deutschland bei der Besteuerung die gleichen Maßstäbe ansetzen würde, wie im restlichen Verkehrssektor.

Zur Kolumne
 
Petition unterzeichnen

Energiewende retten

Die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant Maßnahmen, die die Energiewende ausbremsen könnten. Unter der Ampel-Regierung wurde der Ausbau erneuerbarer Energien deutlich vorangetrieben. Doch Katherina Reiche stellt das Klimaziel Deutschlands, bis 2045 klimaneutral zu werden, infrage und bezeichnet den Ausbau erneuerbarer Energien als "völlig überzogen". Für den Klimaschutz ist es jedoch notwendig, von fossiler auf erneuerbare Energie umzusteigen. Campact hat dazu eine ausfürliche Erklärung veröffentlicht und bietet gleichzeitig die Möglichkeit aktiv zu werden. Die Petition richtet sich an die Ministerin und fordert, sich konsequent für Klimaschutz und eine zukunftsfähigke Energiewende einzusetzen. 

Petition unterzeichnen
Zahlen des Monats 
19 cm

Der größte bislang in Europa dokumentierte Hagelstein, gefallen 2023 in Norditalien.

Studie
210 GW

Die installierte Leistung erneuerbarer Energien in Deutschland stieg 2025 um knapp 21 GW auf insgesamt rund 210 GW. 

Pressemittelung
60%

Rund 60% der LNG-Importe stammen 2025 aus den USA. 

Bericht
 
Kommende Termine
02.03.

Energy-Charts Talk Fraunhofer-Instutut ISE

Die nächsten Energy-Charts Talks gibt es am Montag den 02.03. um 17 Uhr. Bruno Burger wird über die Stromerzeugung im Februar 2026 und im meteorologischen Winter sprechen. Außerdem wird Leonhard Gandhi über die Abregelung und Redispatch von PV und Wind berichten. Die Vorträge werden aufgezeichnet und später online sowie im Youtube-Kanal des Fraunhofer ISE veröffentlicht. 

Infos
04.03.

Podium zum Bauturbo im Rahmen der DGNB-Tagung

Beim digitalen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Nachaltiges Bauen nimmt Philipp George am 03. März von 10:00 bis 10:45 Uhr an einer Podiumsdiskussion teil. Gemeinsam mit Leon Beck (Architects für Future Deutschland e.V.) und Sylvia Pilarsky-Grosh (BUND Baden-Württemberg e.V.) spricht er über die Risiken und Chancen, die sich für Kommunen durch den Bauturbo ergeben. 

Programm
26.03.

Wohnungsbau-Tag

Die wichtigsten Akteur*innen aus der Baubranche treffen sich am 26.03. in Berlin zu einer Konferenz. Vor Ort sind die Plätze ausgebucht, aber Sie können digital dabei sein. Verena Hubertz (Bauministerin) wird die Eröffnungsrede halte.  Von wissenschaftlicher Seite nimmt Prof. Dietmar Walberg (ARGE) teil und wird eine Studie zur Lage des Wohnungsbaus in Deutschland präsentieren.

Infos

Kontakt

 Web  Instagram  Youtube

Klimaschutz im Bundestag (KiB) e.V.

Alfred-Döblin-Platz 1
79100 Freiburg
Tel ++49 (0)761-45893277
Fax ++49 (0)761-59479250
E-Mail: info@klimaschutz-im-bundestag.de
Web: www.klimaschutz-im-bundestag.de


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