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Rundbrief Mai 2026


Liebe Mitglieder, Unterstützende und Interessierte,

der Mai war voller energiepolitischer Veranstaltungen und Ereignisse. Prägend für die Debatte waren der Referentenentwurf zum Gebäude-Modernisierungs-Gesetz und die Berliner Energietage mit ca. 60 Veranstaltungen in Präsenz in Berlin. In der gleichen Woche fand das LowTech Fach-Symposium und der Jahreskongress der CDU KlimaUnion statt. Dabei konnten wir wichtige energiepolitische Akteure persönlich kennenlernen und unser Netzwerk ausbauen.

Bitte lesen Sie die Berichte zu den Berliner Energietagen, dem LowTech-Fachsymposium und dem Jahreskongress der CDU KlimaUnion.

Wer Expertise zum Thema saisonale Speicher hat, möge sich an Vorstandsmitglied Jörg Unger wenden, siehe Absatz "In eigener Sache" - Kernthema Saisonale Speicherung.

Wir hatten nur vier Tage Zeit, zum Gebäude Modernisierungsgesetz (GModG) eine Stellungnahme zu verfassen. Der Referenten-Entwurf wird von uns und von sehr vielen Verbänden abgelehnt. Er droht langfristige fossile Abhängigkeiten im Heizungsbereich zu schaffen, ist sozial ungerecht konzipiert und ein Beispiel für ein Bürokratiemonster. Wir sind gespannt, wie das Parlament mit diesem Entwurf umgehen wird, er kann eigentlich so nicht bleiben.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.

Herzliche Grüße
Ihr Kurt Gramlich
Vorstandsvorsitzender, Klimaschutz im Bundestag e.V.

 
Energiewende

Erneuerbare im europäischen Vergleich

Deutschland deckt in diesem Jahr durchschnittlich 57,2 % seiner elektrischen Last mit erneuerbaren Energien. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit deutlich vor Frankreich, Italien oder auch Polen. Noch höhere Anteile erreichen die skandinavischen Länder – allerdings auch unter anderen geografischen und energiewirtschaftlichen Voraussetzungen, etwa mit deutlich mehr Wasser- und Windkraft. Der Vergleich zeigt dennoch: Ein hoher Anteil erneuerbarer Energien im Stromsystem ist möglich.

Bildquelle: Energy-charts.info

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Gas oder Energiewende?

Während Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche den Ausbau neuer Gaskraftwerke vorantreibt und weitere staatliche Förderungen für Gasinfrastruktur plant, wächst die Kritik an einer möglichen neuen fossilen Abhängigkeit. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie zur regionalen Energiewende, dass der Ausbau erneuerbarer Energien nicht nur klimapolitisch sinnvoll ist, sondern auch wirtschaftliche Chancen für Regionen, Kommunen und lokale Wertschöpfung schaffen kann. Zwischen neuen Gasprojekten und einer dezentralen Energiewende steht damit auch die Frage im Raum, welcher energiepolitische Kurs künftig verfolgt werden soll.

Mehr erfahren: Gemeinsam gegen Gas

Christliche Organisationen drängen auf Klimaschutz

Mehrere christliche Organisationen dringen auf eine beschleunigte Energiewende und einen konsequenteren Klimaschutz. Sie fordern unter anderem einen klaren Fahrplan für den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas sowie stärkere Investitionen in erneuerbare Energien – und betonen Klimaschutz als Frage von Verantwortung, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.

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Aus dem Bundestag
Wohnungslosigkeit soll bis 2030 überwunden sein

Die Bundesregierung hält an ihrem Ziel fest, Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden. Bis dahin soll allen Betroffenen ein Wohnraumangebot gemacht werden können. Zugleich verweist die Regierung auf Unsicherheiten wie Krisen, Fluchtbewegungen sowie Baupreis-, Zins- und Inflationsentwicklungen.

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Linken-Antrag gegen Abriss von Gebäuden abgelehnt

Der Bundestagsausschuss für Wohnen und Bauen hat einen Antrag der Linken abgelehnt, der den Erhalt und Umbau von Gebäuden gegenüber Abrissen stärken sollte. Während Grüne und Linke auf Ressourcenschutz und bezahlbaren Wohnraum verwiesen, betonten CDU/CSU, SPD und AfD die Notwendigkeit, Abriss und Neubau weiterhin zu ermöglichen.

Zur Kurzmeldung

Stärkere Nutzung des vorhandenen Gebäudebestandes gefordert

Laut dem Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung — Ausschuss — hib 423/2026 verbraucht Deutschland weiterhin deutlich mehr Fläche für Siedlungs- und Verkehrsprojekte als ursprünglich angestrebt. Statt des Nachhaltigkeitsziels von 30 Hektar werden derzeit täglich rund 50 Hektar neu genutzt. Sachverständige im Bundestag fordern daher eine konsequentere Flächenpolitik mit stärkerer Innenentwicklung, mehr Sanierung und Umbau bestehender Gebäude sowie weniger Neubauten auf der „grünen Wiese“.

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Klimawandel
Der Wald der Zukunft braucht Vielfalt

Deutschlands Wälder stehen unter massivem Stress: Laut Waldzustandserhebung 2025 gilt nur noch jeder fünfte Baum als gesund. Besonders Dürre, Hitze und Schädlinge setzen heimischen Arten wie Fichten, Eichen und Kiefern zu. Förster*innen setzen deshalb verstärkt auf vielfältige Mischwälder und ergänzend auf widerstandsfähige Baumarten aus wärmeren Regionen. Vielfalt soll helfen, Wälder klimaresilient zu machen und großflächige Ausfälle künftig zu verhindern.

Zur Waldzustandserhebung

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UN verschärft Klimaverantwortung

Die UN-Generalversammlung hat eine weitreichende Resolution verabschiedet, die Staaten zu stärkerem Klimaschutz verpflichtet und sich auf ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofs stützt. Wie die ZEIT berichtet, könnte die Entscheidung künftige Klimaklagen und die internationale Verantwortung von Staaten deutlich stärken. Acht Länder – darunter die USA – stimmten gegen die Resolution.

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Klimaschutzziele werden wohl verfehlt

Der Expertenrat für Klimafragen warnt: Deutschland wird seine Klimaziele bis 2030 und darüber hinaus voraussichtlich verfehlen. Zwar sinken die Emissionen in Energiewirtschaft und Industrie, doch Verkehr und Gebäude verursachen weiterhin zu hohe CO₂-Emissionen. Besonders kritisch sehen die Expert*innen die Pläne der Bundesregierung im Gebäudebereich. Sie fordern eine deutlich konsequentere und sozial gerechte Klimaschutzstrategie, um die Klimaneutralität bis 2045 noch erreichen zu können.

Mehr Informationen direkt vom Expertenrat hier

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Mehr Radwege führen auch zu mehr Fußgänger*innen

Eine internationale Studie zeigt: Mehr Radwege sorgen nicht nur für mehr Fahrradverkehr, sondern auch für mehr Fußverkehr in Städten. Forschende haben Bewegungsdaten aus über 11.000 Städten ausgewertet und festgestellt, dass jeder neue Kilometer Radweg die Zahl der gefahrenen Fahrradkilometer deutlich erhöht. Gleichzeitig profitieren auch Fußgänger*innen, weil mit dem Ausbau oft sicherere Gehwege und Kreuzungen entstehen. Städte mit guter Radinfrastruktur könnten laut der Studie nicht nur Emissionen senken, sondern auch hohe Gesundheitskosten vermeiden

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Versicherer warnen: Klimaschäden werden unbezahlbar

Zwei Drittel der Betroffenen zahlen bereits selbst. Wer trägt künftig die Billionen-Risiken?
Im Gefolge des US-Präsidenten haben Zweifel am Klimawandel inzwischen auch hierzulande wieder Konjunktur und Aussagen der einschlägigen Wissenschaft werden verstärkt in Zweifel gezogen. Wer soll die Risiken übernehmen, wenn die Versicherungen mit ihrer Kunst am Ende sind?

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Wohnraumsuffizienz

Bezahlbares und zukunftsfähiges
Bauen und Wohnen

Die beiden BBSR-Publikationen zeigen anhand von 42 Modellprojekten, wie bezahlbares Wohnen und Klimaschutz zusammen gedacht werden können. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach niedrigen Bau- und Lebenszykluskosten, flächeneffizientem Bauen, der Nutzung bestehender Gebäude sowie einfachen und ressourcenschonenden Bauweisen. Auch gemeinschaftsorientierte Wohnformen wie Genossenschaften und Mietshäuser-Syndikate werden als interessante Ansätze für langfristig bezahlbares und nachhaltiges Wohnen sichtbar. Die Studien betonen zudem die wichtige Rolle von Kommunen, Förderung und praxistauglichen Standards.

Zu den Publikationen
Normenkontrollrat: Gebäudemodernisierungsgesetz "unnötig kompliziert"

Der Nationale Normenkontrollrat kritisiert das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz der Bundesregierung scharf. Das Gesetz sei „unnötig kompliziert“, praxisfern und für viele Menschen kaum verständlich. Die Expert*innen warnen davor, dass unklare Regeln das Vertrauen in Politik und Verwaltung schwächen könnten. Gleichzeitig hält die Koalition an ihrem Ziel fest, den Einbau neuer Öl- und Gasheizungen schrittweise klimafreundlicher zu gestalten.

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Berichte
Rückblick: Lowtech Fachsymposium 2026

KiB war mit einer kleinen Delegation beim Lowtech Symposium in Berlin vertreten. Jonas Lage sprach über bedürfnisorientierte Wohnraumverteilung, das Konzept der Mindestbelegung und sein Forschungsprojekt ZiWoNu zu Wohnraumzirkularität in EFH-Siedlungen. Pascal Müller zeigte am Umbau des Felix-Platter-Spitals in Basel, wie Bestandserhalt CO₂ spart und Quartiere stärkt. Deutlich wurde auch: Nachhaltige Stadtentwicklung braucht politische Rahmenbedingungen. Umso bedauerlicher war das Fehlen politischer Stimmen.

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KiB zu Besuch auf dem KUngress 2026

Kurt Gramlich und Philipp George besuchten den Jahreskongress der KlimaUnion. Deutlich wurde die wachsende Bedeutung der KlimaUnion innerhalb der CDU/CSU. Kritik am Gebäudemodernisierungsgesetz und ein dazu beauftragtes Gutachten setzten wichtige Signale. Schwächer fielen die Beiträge zur Verkehrsplanung aus. Positiv war Kai Wegners Bekenntnis zu mehr Stadtgrün und den Zielen des Baumentscheids. Die Diskussion zur Kernfusion zeigte zudem: Für Klimaneutralität bis 2045 spielt sie keine Rolle.

zum vollständigen Bericht
Berliner Energietage

Die Berliner ENERGIETAGE 2026 standen unter dem Motto „Gemeinsam Lösungen schaffen: Sicher. Wirtschaftlich. Klimafreundlich.“ Mit über 100 Veranstaltungen boten sie vielfältige Einblicke in Energiewende und Klimaschutz. Besonders spannend: der Energiewenderechner des BEE, der lokale Daten für Kommunen und Netzplanung sichtbar macht. Für unseren Verein ergaben sich wertvolle neue Kontakte – eine Teilnahme 2027 ist bereits geplant.

zum vollständigen Bericht
 
In eigener Sache
Kernthema Saisonale Speicherung

Bei der Mitgliederversammlung des KiB am 25.03.2026 in Freiburg hatten wir über saisonale Energiespeicherung in einem zukunftsfähigen Energiesystem gesprochen: Warum sind neben Kurzzeitspeichern, v.a. Batterien, auch Speichermöglichkeiten nötig die mehre, Tage, Wochen oder sogar Monate abdecken können? Wie können sie realisiert und in das Energiesystem integriert werden?

Zum Beitrag
Stellungnahme zum Referentenentwurf zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes

In unserer Stellungnahme zum Gebäude-Modernisierungsgesetz (GModG) benennen wir zentrale Kritikpunkte am Referentenentwurf – von mangelnder Planungssicherheit über unklare Emissionsfaktoren bis hin zu fehlenden Vorgaben für einen verlässlichen Dekarbonisierungspfad im Gebäudesektor.

Zur Stellungnahme
 
Zahlen des Monats 
17-18%

Bereits 17-18% des Amazonas-Regenwaldes sind zerstört. Steigt die Entwaldung auf 22–28 %, könnten großflächige Veränderungen des Ökosystems bereits bei unter 2 °C globaler Erwärmung ausgelöst werden.

Bericht
1,6 Mio. t

Die Methanemissionen in Deutschland sind seit 1990 deutlich gesunken und liegen heute bei unter 1,6 Mio. Tonnen. Besonders starke Rückgänge gab es durch die sinkende Kohleförderung und Verbesserungen in der Abfallwirtschaft, während die Landwirtschaft inzwischen den größten Anteil an den verbleibenden Emissionen stellt.

Bericht
25,8%

Mehr als jedes vierte im April neu zugelassene Auto fährt elektrisch. Gegenüber April 2025 stiegen die Neuzulassungen von E-Autos um 41,3 Prozent.

Bericht
 
Kommende Termine
01.06.

Wohlstand und Klimaneutralität

Im FEST-Briefing spricht Dr. Benjamin Held über das Verhältnis von Wohlstand und Klimaneutralität. Hinterfragt wird die These, dass Klimaschutz zwangsläufig Wohlstand mindert. Stattdessen wird ein erweitertes Wohlstandsverständnis jenseits rein wirtschaftlicher Kennzahlen vorgestellt und diskutiert. Die Veranstaltung findet online von 18:00 bis 20:00 Uhr statt.

Anmeldung
08.06.

Herausforderung
Hitze

Die Sommer werden heißer. Diese zunehmende saisonale Hitzebelastung am Arbeitsplatz stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz – und: sie kostet Geld. Die Online-Veranstaltung vermittelt aktuelle Erkenntnisse, zeigt praxisnahe Maßnahmen für den betrieblichen Hitzeschutz auf und beleuchtet die Potenziale wirksamer Kommunikation.

Anmeldung
18.06.

Vom EFH zum MFH

Gerne erinnern wir Sie an unsere Online-Podiumsdiskussion „Vom EFH zum MFH“. Vertreter*innen aus Politik, Praxis und Wissenschaft diskutieren darüber, wie Einfamilienhausgebiete durch Umnutzung, Aufstockung und Nachverdichtung zukunftsfähig weiterentwickelt werden können. Im Fokus stehen zusätzliche Wohnraumpotenziale, rechtliche Rahmenbedingungen und kommunale Praxisbeispiele. Das Interesse ist groß: Bereits 100 Personen haben sich angemeldet.

Anmeldung

Kontakt

 Web  Instagram  Youtube

Klimaschutz im Bundestag (KiB) e.V.

Alfred-Döblin-Platz 1
79100 Freiburg
Tel ++49 (0)761-45893277
Fax ++49 (0)761-59479250
E-Mail: info@klimaschutz-im-bundestag.de
Web: www.klimaschutz-im-bundestag.de


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