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Rundbrief Oktober 2025



Liebe Mitglieder, Unterstützende und Interessierte,

viel Spaß bei der Lektüre der Oktober-Ausgabe!

Herzliche Grüße
Ihr Kurt Gramlich
1. Vorsitzender, Klimaschutz im Bundestag e.V.

 
In eigener Sache
Veranstaltung vom 20. Oktober Umbauturbo statt Bauturbo – Chancen und Risiken für Kommunen

Gemeinsam mit der Erzdiözese Freiburg und der Katholischen Akademie haben wir virtuell und in Präsenz eingeladen, um über die positiven und negativen Seiten der BauGB-Novelle zu diskutieren.

Die Veranstaltung beleuchtete die neuen Freiheiten im Bauplanungsrecht, die Kommunen künftig erhalten: Abweichungen vom Bebauungsplan und vom Einfügungsgebot sind nun unkomplizierter möglich, um Projekte im Innenbereich flexibel voranzutreiben. Aber auch Projekte im Außenbereich können nun ohne Bebauungsplan genehmigt werden. Was als Beschleunigung gedacht ist, birgt Risiken für landwirtschaftliche Nutzflächen – eröffnet aber auch Chancen für kluge Innenentwicklung, etwa durch Aufstockungen, Umnutzungen oder oder Weiterentwicklung von Bestandsgebäuden.

Nach einem Impulsvortrag von Philipp George (Klimaschutz im Bundestag e.V.) diskutierten Martin Linser (Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband), Manfred Sautter (Architektenkammer Baden-Württemberg) und Sophie Schwer (Bündnis 90/Die Grünen Freiburg) über die Frage, wie Kommunen mit den neuen Spielräumen verantwortungsvoll umgehen können.

Der Live-Chat zeigte: Das Thema bewegt.
Von Fragen nach der Rolle der Kommunen bei Genehmigungen über Kritik an der drohenden Zersiedelung bis hin zu kreativen Vorschlägen für Leerstandsmanagement und Holzbau reichte das Spektrum der Beiträge. Besonders kontrovers diskutiert wurden die Paragraphen § 246e, die künftig über Bauvorhaben im Außenbereich entscheiden – und nach Ansicht vieler Teilnehmenden die Gefahr bergen, Flächenverbrauch und Bodenwertspekulation erneut zu befeuern.

„Wir brauchen keinen Bauturbo für Einfamilienhäuser, sondern einen Umbauturbo für bezahlbaren Wohnraum“, lautete ein Kommentar im Chat dazu.
Ebenso deutlich wurde: Innenentwicklung, Flächenschutz und soziale Verantwortung müssen Hand in Hand gehen, wenn die neue Gesetzgebung ihre Ziele nicht verfehlen soll.

Die Katholische Akademie Freiburg arbeitet derzeit noch an der Aufzeichnung – sie wird demnächst online zur Verfügung stehen.
Schon jetzt sind die Vortragsfolien von Philipp George abrufbar.

Zu den Folien
Herbstgespräch 2025

Im turnusgemäßen Herbstgespräch hat sich der neue Vorstand den Mitgliedern vorgestellt. Jörg Unger kümmert sich um die Bedeutung von saisonaler Energiespeicherung. Martin Uffheil arbeitet am Thema ETS 2. Kurt Gramlich, der neue Vorsitzende will die Reichweite des Vereins erhöhen.

Online-Veranstaltung vom 29. Oktober „Umbauturbo statt Bauturbo Teil 2“

Da wir bei unserer 1. Veranstaltung zum Bauturbo absehbar nicht alle Aspekte vertieft behandeln konnten, haben wir gut eine Woche später die Stadtplanerin Judith Nurmann an den digitalen Tisch geholt, um einige Aspekte vertieft zu bearbeiten.

In der Podiumsdiskussion mit Philipp George (Politischer Referent, Klimaschutz im Bundestag), moderiert von Kurt Gramlich (1. Vorsitzender, Klimaschutz im Bundestag) wurden zentrale Aspekte der BauGB-Novelle diskutiert:

  • Wie kann kommunale Planungshoheit im neuen Rechtsrahmen gestärkt werden?
  • Welche Grundsatzbeschlüsse sind nötig, um Flächenfraß zu vermeiden und Innenentwicklung zu fördern?
  • Wie kann Bodenpolitik neu gedacht werden – etwa durch gezielte Baugebote, kommunale Bodenfonds oder eine Reform der Grundsteuer?
  • Welche Chancen eröffnen sich, wenn Kommunen aktiv Innenpotenziale heben – durch Holzbau, Umnutzung von Beständen oder neue Partnerschaften mit Genossenschaften und Unternehmen?

In der Chat-Diskussion wurde deutlich:

  • Breite Einigkeit herrschte darüber, dass Innenentwicklung Vorrang haben muss und Kommunen mehr planerische Freiheit benötigen.
  • Kontrovers diskutiert wurde, ob der „Bauturbo“ zu sehr auf Neubau fokussiert ist und ob Kommunen die neue Verantwortung personell und organisatorisch tragen können.

Während der Veranstaltung haben wir die Teilnehmenden gefragt, welchen Schwerpunkt sie sich für die nächste Ausgabe wünschen. Die Antwort ist eindeutig ausgefallen: 74% wünschen sich, dass wir einen Rechtsexperten bzw. Rechtsexpertin einladen, und weiter in das komplexe Verwaltungsrecht einsteigen.

Sie können sich die Aufzeichnung hier anschauen.

Eine Aufbereitung der Fragen aus dem Chat ist ebenfalls in der Mache und wird in Kürze auf unserer Webseite im Rahmen der Veranstaltungs-Dokumentation erscheinen. Insbesondere werden wir dort auch die zahlreichen und hilfreichen Links aus dem Chat bereitstellen.

Zum Video
Das Passivhaus Institut und Klimaschutz im Bundestag vereinbaren wechselseitige Mitgliedschaft

Berthold Kaufmann Mitarbeiter Passivhaus Institut (PHI) und Kurt Gramlich Vorsitzender Klimaschutz im Bundestag e.V. freuen sich über die Vereinbarung einer gegenseitigen Mitgliedschaft. Dies wird durch den Austausch der Logos der beiden Institutionen auf der jeweiligen Webseite zur erkennen sein.

 
Neuigkeiten aus Deutschland und der Welt
Zukunftsentscheid Hamburg

Endlich wieder ein Erfolg für die gebeutelte Klimabewegung!

In Hamburg haben 54% der Menschen für ein verbessertes Klimaschutzgesetz auf Landesebene gestimmt.

Ursprünglich sollte Hamburg 2045 klimaneutral werden. Durch den Volksentscheid ist das Ambitionsniveau gestiegen und Hamburg soll es nun 5 Jahre früher schaffen. Des Weiteren legen die Initiator*innen Wert auf Transparenz. Die Aufgabe des Senats ist es nun einen Fahrplan zu entwickeln der für jedes Jahr ein Einsparziel festlegt. Außerdem soll auf einer jährlichen Basis geprüft werden, ob die eingesetzten Maßnahmen ausreichend sind, um den Reduktionspfad zu realisieren.

Die dritte Säule des Zukunftsentscheids ist die soziale Gerechtigkeit. Hier wird u.a. gefordert, dass Hamburg weitere Zuschüsse zum Deutschlandticket leistet, damit der Zugang zu Öffentlichen Verkehrsmitteln für Jedermann und Jederfrau eine Selbstverständlichkeit wird.

Wir hoffen, dass von den Entwicklungen in Hamburg ein positiver Impuls ausgeht, und auch anderswo die Zivilgesellschaft überfällige Klimaschutzmaßnahmen und -konzepte durchsetzen kann.

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Erneuerbare weltweit auf dem Vormarsch

Im ersten Halbjahr 2025 haben Solar- und Windenergie das globale Nachfragewachstum beim Strom deutlich übertroffen. Nach Daten des Thinktanks Ember stieg der weltweite Stromverbrauch um 2,6 %, doch allein die Solarenergie legte um 31 % zu und deckte damit rund 83 % des Mehrbedarfs. Windkraft wuchs um weitere 7,7 %. Insgesamt produzierten erneuerbare Energien erstmals mehr Strom als Kohle – ein historischer Meilenstein. Ihr Anteil an der globalen Stromerzeugung kletterte auf 34,3 %, während Kohle auf 33,1 % fiel. Besonders stark war das Wachstum in China (55 % des weltweiten Solarzuwachses), gefolgt von den USA, der EU, Indien und Brasilien. Trotz steigender Stromnachfrage stagnierten die Emissionen des Energiesektors und gingen in China und Indien sogar zurück. Laut Ember zeigt sich damit klar: Solar- und Windenergie sind keine Nischentechnologien mehr, sondern die tragenden Säulen des weltweiten Energiesystems.

Mehr Informationen (auf englisch): https://ember-energy.org/latest-insights/global-electricity-mid-year-insights-2025/

Hier geht es direkt zum kompletten Bericht: https://ember-energy.org/app/uploads/2025/10/Global-Electricity-Mid-Year-Insights-2025-PDF.pdf

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PIK veröffentlicht Planetary Health Check 2025

Johann Rockström hat 2009 das Modell der Planetaren Grenzen eingeführt. Eine wegweisene Arbeit, die den (desaströsen) Einfluss von menschlichem Handeln auf die geobiophysikalischen Vorgänge sichtbar macht. In seiner ersten Arbeit war Rockström noch nicht in der Lage alle 9 Dimensionen zu quantifizieren. Durch Fortschritte in der Wissenschaft konnten diese blinden Flecken nach und nach gefüllt werden. Die neusten Erkenntnisse sind alarmierend: Die Menscheit hat bereits 7 von 9 planetaren Grenzen überschritten und damit den "safe operating space" verlassen. Als letzte Überschreitung ist die Übersauerung der Ozeane hinzugekommen.

Den kompletten Bericht finden Sie hier.

Hier geht es zur Zusammenfassung.

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Zahlen des Monats 
44.645

Zahl der Hitzetote (2023, EU) Das sind 2,2 mal mehr als Verkehrstote (20.400). Laut Autor*innen könnten Mitte des Jahrhunderts 150.000 Menschen an den Folgen von zunehmender Hitze sterben.

Bericht
2,1 Million

Zahl der privaten Pools. Millionen. Während von den kommunalen Schwimmbäder pro Jahr 60-90 geschlossen werden müssen, kommen bei den privaten Pools pro Jahr 9.000 – 12.000 dazu. Wohlstand, der allen dient, sieht anders aus.

Quelle
78,69 Euro

Dieser Preis ist auf den ersten Blick gar nicht mal so gering, aber in vielen Fällen zahlen große Industriekonzerne gar nichts für die EU-Zertifikate. Dies ist ein Thema, das Klimaschutz im Bundestag in den nächsten Monaten genauer unter die Lupe nehmen wird.

Preis-Tracker
 
Kommende Termine
8.11. Prüf-Demo

Der Ex-Europaparlament- Abgeordnete Nico Semsrott ruft dazu auf, alle rechtsextremen Parteien in Deutschland auf Verfassungskonformität prüfen zu lassen. Wir finden gerade bei einer solch essentiellen Frage, sollte eine gründliche Prüfung eine Selbstverständlichkeit sein. Geplant sind u.a. 16 Demos in den nächsten 16 Monaten. Den Auftakt macht Hamburg am 8.11.

Infos
20.11. Wohnungstausch WWF (online)

Der WWF beschäftigt sich schon seit einiger Zeit intensiv mit den Möglichkeiten und Potenzialen des Rechts auf Wohnungstausch. Inwiefern es zu mehr bezahlbarem Wohnraum führt und zum sparsamen Umgang mit Ressourcen beiträgt, ist Gegenstand der Diskussion.

Anmeldung
11.12. 10 Jahre Pariser Klimaabkommen

Die Katholische Akademie Freiburg organisiert eine Präsenzveranstaltung anlässlich des 10-jährigen Jubiläums. Trotz aller Unwegbarkeiten soll gezeigt werden, dass internationale Einigungen für globalen Klimaschutz unabdingbar sind. Gleichzeitig sollen Faktoren analysiert werden, die eine effektive Implementierung erschweren. Die Keynote wird Jürgen Trittin beitragen.

Infos

Kontakt

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Klimaschutz im Bundestag (KiB) e.V.

Alfred-Döblin-Platz 1
79100 Freiburg
Tel ++49 (0)761-45893277
Fax ++49 (0)761-59479250
E-Mail: info@klimaschutz-im-bundestag.de
Web: www.klimaschutz-im-bundestag.de


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